erwachsene blonde Frau mit fester Zahnspange und rosa-farbigen Gummis

Meist werden kieferorthopädische Maßnahmen bereits im Kindes- bzw. Jugendalter ergriffen. Doch auch als Erwachsener kann eine solche Behandlung sinnvoll und möglich sein. Über welche Maßnahmen Sie aus medizinischer oder ästhetischer Sicht unbedingt nachdenken sollten, wie tief Sie dafür in die Tasche greifen müssen und welche Aussicht auf Erfolg es gibt, lesen Sie in diesem Beitrag.

KFO für Erwachsene in München

Sie sind über 18 Jahre alt und denken über eine kieferorthopädische Behandlung nach, sind sich aber unsicher, ob diese überhaupt noch möglich und sinnvoll ist? Wir sagen Ihnen, wie es sich mit Ihrer Zahn- und Kieferstellung verhält, denn für eine kieferorthopädische Korrektur ist es nie zu spät! Vereinbaren Sie einfach einen kostenfreien und unverbindlichen Beratungstermin – die Abstimmung verläuft schnell und Ihnen wird jegliche Hilfestellung zur Verfügung stehen.

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Wann eine KFO-Behandlung bei Erwachsenen vorgenommen wird

Der gesamte Kauapparat hat Einfluss auf Körpersysteme wie Verdauung und Herz-Kreislauf – stehen Zähne schief oder können Ober- und Unterkiefer nicht regelrecht aufeinanderbeißen, kann dies folgenschwere Probleme mit sich bringen. Außerdem wirken sich Zahn- und Kieferfehlstellungen langfristig auch auf die Kiefergelenke, das Zahnfleisch und die Kieferknochen aus. Hinzu kommen möglicherweise Beeinträchtigungen der Sprache und außerdem der ästhetische Aspekt. Genug Gründe, weshalb auch Erwachsene über eine kieferorthopädische Behandlung nachdenken sollten.

Hierbei kann es sich um folgende Korrekturen handeln:

  • Zusammenbiss korrigieren
  • Zahnstände begradigen
  • Lücken schließen
  • Engstände beheben
  • Kiefergelenksbeschwerden lindern

Grundsätzlich ist eine Behandlung in jedem Alter möglich, jedoch sind im Erwachsenenalter einige Besonderheiten zu beachten. Ob eine Behandlung sinnvoll und möglich ist, zeigt sich bei der Untersuchung durch Ihren Kieferorthopäden. Er ermittelt die Beschaffenheit von Zähnen, Zahnfleisch und Kieferknochen und gibt Ihnen eine persönliche Einschätzung.

Dauer der Behandlung und Erfolgskriterien

Für eine Erwachsenenbehandlung durch einen Kieferorthopäden sollten Sie je nach Ausprägung Ihrer Zahnfehlstellung sechs Monate bis eineinhalb Jahre einplanen. Für eine effiziente Behandlung und eine möglichst kurze Behandlungsdauer ist eine gute Planung das A und O. Die gesamte Behandlung unterteilt sich in mehrere Phasen:

  1. Erstberatung, Behandlungsplanung, Planbesprechung
  2. Aktive kieferorthopädische Behandlung
  3. Bei etwa 5% bis 10% aller Erwachsenenbehandlungen erforderlich: chirurgische Maßnahmen durch einen Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen. Diese erfolgen meist etwa in der Mitte der aktiven kieferorthopädischen Behandlung.
  4. Kieferorthopädische Feineinstellung
  5. Stabilisierung

So führt die Behandlung zum Erfolg

Wie auch bei Kindern wirkt sich auch bei Erwachsenen eine gute Mitarbeit auf das Ergebnis und die Dauer der Behandlung aus – herausnehmbare Zahnspangen bzw. Aligner-Schienen (z.B. Invisalign®) sollten regelmäßig nach Vorschrift getragen werden. Für die Nachjustierung von festsitzenden Zahnspangen ist ein regelmäßiger Besuch beim Kieferorthopäden Grundvoraussetzung für den Erfolg.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist eine gute Mundhygiene besonders bei festen Zahnspangen überdurchschnittlich wichtig, da sich um die Brackets Speisereste leichter festsetzen und sich so vermehrt Belege bilden können. Dies wiederum kann zu Karies, Entkalkung und Entzündungen des Zahnfleisches führen.

Übrigens: Sollten Sie rauchen und eine kieferorthopädische Korrektur in Erwägung ziehen oder sich bereits in Behandlung befinden, sollten Sie eventuell darüber nachdenken, das Rauchen aufzugeben, da die Giftstoffe im Tabakrauch das Risiko des Knochenabbaus erhöhen.

Am Ende jeder Behandlung steht die Stabilisierungsphase. Diese verhindert, dass sich Ihre Zähne wieder in die Ausgangsposition zurückverschieben. Im Anschluss wird, wenn möglich, ein stabilisierender Draht – der sogenannte Retainer – an der Innenseite der Frontzähne eingesetzt. Zusätzlich bekommen Sie eine herausnehmbare Stabilisierungsschiene, die Sie nur in der Nacht tragen.

Typische Behandlungswege bei Erwachsenen

Wie bei Kindern gibt es auch bei der kieferorthopädischen Behandlung von Erwachsenen verschiedene Möglichkeiten. Bei Kindern und Jugendlichen kommt meist die herkömmliche feste Zahnspange, deren Brackets direkt auf die Zähne aufgeklebt und untereinander mit einem sogenannten Bogen verbunden werden, zum Einsatz. Gerade im Erwachsenenalter sind häufig dezenterer Lösungen gefragt. Folgende Zahnspangentypen sind möglich:

  1. Herausnehmbare, durchsichtige Aligner-Schienen (z.B. Invisalign®)
  2. Feste Zahnspangen mit besonders kleinen Metall- oder Keramikbrackets
  3. Feste, unsichtbare Zahnspangen auf der Innenseite der Zähne (z.B. Incognito™)

Fast unsichtbar: herausnehmbare Aligner-Schienen

Durchsichtige Aligner-Schienen sind bei Erwachsenen aufgrund ihrer Unauffälligkeit sehr beliebt. Sie erhalten je nach Umfang der Behandlung einen Satz von etwa 12 bis 50 Schienen, die jeweils nur rund eine Woche getragen werden. In jede Schiene ist eine kleine Zahnbewegung eingearbeitet, mit der Ihre Zähne nach und nach in Richtung Endposition bewegt werden. Die durchsichtigen Schienen müssen 22 Stunden am Tag getragen werden. Beim Essen, Trinken und zur Mundhygiene können sie herausgenommen und anschließend wieder eingesetzt werden.

Metall- oder Keramikbrackets: feste Zahnspangen für Erwachsene

Damit die Brackets, also die Blättchen, die direkt auf die Außenseite der Zähne geklebt werden, möglichst unauffällig sind, gibt es sie auch aus Keramik mit zahnfarbener Oberfläche – besonders beliebt bei Jugendlichen und Erwachsenen. Ebenfalls können Bögen in Zahnfarbe verwendet werden. Die klassischen Metallbrackets gibt es zudem auch in einer besonders kleinen und flachen Ausführung.

Die Lingualtechnik: innenliegende Zahnspangen

Eine feste und dennoch vollkommen unsichtbare Methode ist die Lingualtechnik, bei der die Brackets nicht außen, sondern auf der Innenseite der Zähne aufgebracht werden. Sehr positiv: Von außen ist die Zahnspange somit überhaupt nicht zu sehen. Ein kleiner Nachteil: Sie müssen sich besonders beim Sprechen zunächst daran gewöhnen – gerade S- und C-Laute können zu Anfang schwerer auszusprechen sein.

Kosten und Übernahme der Kosten

Für erwachsene Patienten werden, im Gegensatz zu vielen Behandlungen im Kinder- und Jugendalter, kieferorthopädische Maßnahmen nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Wie viel Sie genau für Ihre Korrektur einplanen müssen, hängt von Ihrem individuellen Befund, der Dauer, dem verwendeten Material und dem Nachsorgeaufwand ab. Bei kleineren Korrekturen mit einer festen Zahnspange müssen Sie mit 1.800 bis 2.500 Euro für einen Kiefer rechnen. Bei einer Komplettbehandlung im Ober- und Unterkiefer mit ästhetisch anspruchsvolleren Behandlungsmethoden können sich die Kosten auf bis zu 8.000 Euro belaufen.

Eine positive Nachricht gibt es jedoch: Kieferorthopädische Behandlungen sind steuerlich absetzbar. Sie können sie in Ihrer Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastung angeben.

Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenversicherungen

In Einzelfällen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten. Dies ist jedoch nur bei schweren Kieferanomalien, bei denen sowohl kieferorthopädische als auch chirurgische Maßnahmen (Dysgnathie-Operation) ergriffen werden müssen, möglich. Grundlage für die Einstufung sind hier die kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG), die die Zahn- und Kieferfehlstellungen in Schweregruppen unterteilen. Bei einer Einstufung in eine entsprechend hohe KIG-Stufe wird die Zahnregulierung übernommen. Dies betrifft zum Beispiel folgende Befunde:

  • Retrognathie (Unterkiefer ist stark verkürzt und sitzt weit hinter dem Oberkiefer)
  • Prognathie (Unterkiefer ist stark verlängert und liegt weit vor dem Oberkiefer)
  • Stark offener Biss (Frontzähne von Ober- und Unterkiefer haben beim Zubeißen keinen Kontakt, Abbeißen ist deutlich erschwert)
  • Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalte (wird meist jedoch bereits im Kleinkindalter korrigiert)
  • Verletzungsbedingte Kieferfehlstellungen

Sollten die Kosten komplett von der Krankenkasse übernommen werden, zahlen Sie zunächst 20 Prozent der Behandlung selbst. Nach erfolgreicher Behandlung werden Ihnen diese Kosten zurückerstattet.

Kostenübernahme durch private Krankenversicherungen

Bei privaten Krankenversicherungen entscheiden Befund und Tarif über die Kostenübernahme kieferorthopädischer Maßnahmen. Je höher die tarifliche Einstufung, umso umfangreicher ist die Erstattung der Kosten – die Sätze liegen meist bei 60 bis 85 Prozent. In Premiumtarifen können auch bis zu 100 Prozent übernommen werden. Lassen Sie sich zunächst einen Behandlungsplan aufstellen und die medizinische Notwendigkeit der Behandlung nachweisen. Unterliegt die Behandlung ausschließlich der ästhetischen Notwendigkeit, haben Sie nur mit enormem Glück Anspruch auf eine Kostenübernahme im Erwachsenenalter.

Private Zahnzusatzversicherung

Eine private Zahnzusatzversicherung kann helfen: So übernimmt zum Beispiel die DFV-ZahnSchutz als eine der wenigen Zahnzusatzversicherungen kieferorthopädische Behandlungen. Hundert Prozent werden aber auch da nur in einer Tarifvariante übernommen. Wichtig ist, dass die Zusatzversicherung abgeschlossen wurde, bevor die Erstberatung beim Kieferorthopäden stattgefunden hat bzw. bevor der zahnärztliche Befund mit einer Überweisung zum Kieferorthopäden ausgestellt wurde.

Kieferorthopädische Behandlung: Unterschiede bei Erwachsenen & Kindern

Während Kinder und Jugendliche oft stolz auf ihre mitunter bunten Brackets und futuristisch wirkenden Drähte im Mund sind, legen Erwachsene häufig mehr Wert auf die Ästhetik von Zahnspangen. Dies führt zu unterschiedlichen Behandlungsmethoden bei Kindern und Erwachsenen: Letztere bevorzugen dezente Spangen, wie etwa Aligner-Schienen (z.B. Invisalign®), innenliegende feste Apparaturen (z.B. Incognito™) oder zumindest zahnfarbene oder Mini-Brackets.

Der wesentlichere Unterschied in der kieferorthopädischen Behandlung von Erwachsenen im Vergleich zu jüngeren Patienten liegt jedoch in der Herausforderung für die Kieferorthopäden, da die Kieferknochen bei Erwachsenen bereits stärker verfestigt und die Gewebereaktionen altersbedingt eingeschränkt sind. Dies kann zu einer längeren Behandlungsdauer führen. Ein weiterer Faktor, der die Behandlung erschweren kann, sind fehlende, lockere oder schadhafte Zähne sowie Entzündungen des Zahnfleisches oder des Zahnhalteapparates. Dennoch sind kieferorthopädische Maßnahmen in nahezu jedem Alter möglich.

FAQ

✅ Gibt es Schmerzen bei der Behandlung?

Kieferorthopädische Behandlungen können zu Beginn etwas unangenehm, aber nur in den seltensten Fällen schmerzhaft sein. Die Zähne und das Zahnfleisch müssen sich zunächst an die Zahnspange gewöhnen – und dies meist erneut, wenn diese neu eingestellt wurde. In den ersten Tagen können weiche Mahlzeiten wie Joghurt oder Suppen die Nahrungsaufnahme erleichtern. Vermeiden Sie zudem säurehaltige Getränke und Speisen zu Beginn der Behandlung. Nach wenigen Tagen ist die Eingewöhnung vollendet und die Druckschmerzen sollten nachlassen. Auch leichte Schmerzmittel können zur Linderung eingesetzt werden. Desinfizierende Mundspülungen helfen bei entzündetem Zahnfleisch sowie kleineren Verletzungen an Lippen und Zunge.

✅ Zahnspange reinigen: Was ist bei der Mund- und Spangenhygiene zu beachten?

Die Pflege der Zahnspange und Zahnhygiene sind bei lockeren Varianten bzw. Aligner-Schienen sehr viel einfacher als bei festen Modellen. Hier putzen Sie Ihre Zähne wie gewohnt und säubern ebenfalls die Spange oder Schiene mit der Zahnbürste und Zahnpasta.

Bei festen Zahnspangen sollten Sie zu Ihrer herkömmlichen Putzroutine mehr Zeit einplanen. Spülen sie den Mund nach jeder Mahlzeit gut aus. Putzen Sie vorbereitend mit der Zahnbürste zwischen den Drähten hin und her, anschließend erfolgt die normale Säuberung mit Zahnbürste und Zahnpasta. Anschließend reinigen Sie mit einer Interdentalbürste die Räume unter den Metallbögen und zwischen den Brackets. Verwenden Sie unterstützend Mundspülungen. Achten Sie beim Putzen vor allem auf die Kontaktpunkte der einzelnen Konstruktionselemente.

✅ Gibt es ein Höchstalter für kieferorthopädische Behandlungen?

Es gibt keine Hindernisse, nicht auch als Erwachsener kieferorthopädische Maßnahmen zu ergreifen. Ihre physischen Voraussetzungen schließen eine Behandlung nicht aus. Lediglich die Wege zum Erfolg unterscheiden sich von denen bei Kindern und Jugendlichen. Und auch gegen die eventuell als unästhetisch wahrgenommene Zahnspange gibt es zwei Argumente: Erstens sind schiefe Zähne weitaus unästhetischer als eine Zahnspange und zudem dauerhaft. Und zweitens gibt es mittlerweile dezente Alternativen, die kaum oder gar nicht auffallen. Dazu zählen Aligner-Zahnschienen, innenliegende Zahnspangen oder Mini- sowie zahnfarbene Brackets.