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Im Gegensatz zur klassischen Zahnspange von außen, die in der heutigen Zeit immer öfter auf Ablehnung stößt, wird die Lingualspange zur Zahnregulierung bei den erwachsenen Patienten immer beliebter. Dank neuer Technologien und innovativem Fortschritt konnte ein System entwickelt werden, das vor einigen Jahren noch undenkbar war: Eine unsichtbare Zahnspange, die auf dem Markt jedoch als genauso präzise wie ihre sichtbare Variante angepriesen wird. Doch hält die Lingualspange auch wirklich, was sie verspricht?

Das wichtigste in Kürze

  • Eine linguale Zahnspange ist eine festsitzende kieferorthopädische Apparatur, die an die Innenfläche der Zähne angebracht wird und somit unsichtbar ist.
  • Die innenliegende Zahnspange kann bei Kindern und Erwachsenen und bei fast allen Bisslagen und Zahnfehlstellungen verwendet werden.
  • Die Behandlungsdauer ist abhängig von der jeweiligen Zahnfehlstellung und liegt zwischen wenigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren.
  • Die Kosten für eine Lingualspange müssen privat getragen werden und liegen zwischen 4.500 Euro bis 8.500 Euro.  

Allgemeine Infos zur lingualen Zahnspange

Der Begriff „lingual“ stammt aus dem lateinischen und steht für „lingua“, die Zunge. Die Lingualtechnik beschreibt somit ein kieferorthopädisches Behandlungskonzept, bei dem die Brackets  also „zungenseitig“ und nicht, wie bei der klassischen Zahnspange, außenseitig geklebt werden.

Im Gegensatz zur konventionellen Zahnspange von außen verläuft der Drahtbogen an der Innenfläche der Zähne durch die Brackets hindurch. Die Brackets der lingualen Zahnspange werden entsprechend der individuellen Zahnform angefertigt. Aus diesem Grund ist vor Behandlungsbeginn eine Abdrucknahme oder ein 3D-Scan notwendig, um die Brackets und Drahtbögen individuell zahntechnisch anfertigen zu lassen.

Anwendungsgebiete der Lingualtechnik

Genau wie die Zahnspange von außen, lässt sich die innenliegende Zahnspange für fast alle Bisslagen und Zahnfehlstellungen (Dysgnathien) anwenden. Auch ist sie für Patienten in allen Altersklassen geeignet. Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung der Fälle, bei denen eine Behandlung mit der Lingualspange möglich ist:

Möglichkeiten der Anwendung der Lingualspange

Dysgnathie/ ZahnfehlstellungBeschreibung
Frontaler ÜberbissGroßer Abstand zwischen den Oberkiefer-Frontzähne und den Unterkiefer- Frontzähnen   
Umgekehrter frontaler Überbiss= VorbissUnterkiefer-Frontzähne beißen vor die Oberkiefer-Frontzähne  
TiefbissOberkiefer-Frontzähne bedecken einen großen Teil der Unterkiefer-Frontzähne  
Offener Biss (vorne und seitlich)Bei vollständigem Mundschluss besteht eine Lücke zwischen Ober- und Unterkieferzähnen  
Kreuzbiss und bukkale NonokklusionOber- und Unterkieferzähne greifen aneinander vorbei  
EngstandZu wenig Platz auf dem Kieferkamm für die vorhandenen Zähne  
LückenstandLücken zwischen den Zähnen, zu viel Platz für die vorhandenen Zähne  
Kippungen und RotationenZähne stehen verdreht und gekippt  
RezidiveZähne verschieben sich nach einer ehemaligen kieferorthopädischen Behandlung erneut  

Vor- und Nachteile der lingualen Zahnspange auf einen Blick

VorteileNachteile
Ästhetisch ansprechend  Hoher Preis
Exakte Zahnbewegung durch individuell hergestellte Brackets und Bögen  Verletzung der Zunge
Geringes Kariesrisiko  Sprachbildungsstörungen (Lispeln)

Vorteile der Lingualspange im Detail

Durch ihre Unsichtbarkeit hat die Lingualspange bei erwachsenen Patienten einen hohen Stellenwert. So können auch Patienten, die im Berufsleben viel Kundenkontakt haben, oder bei denen ein makelloses Aussehen unabdinglich ist (wie z. B. bei Models, Sängern, Politikern) unauffällig und dezent eine Zahnkorrektur vornehmen lassen. Durch die moderne 3D-Technologie werden Brackets und Drähte individuell anhand der Zahnform angefertigt und liegen optimal an der Zahninnenseite an. Somit ist eine exakte Zahnbewegung von der ursprünglichen in die gewünschte Position problemlos möglich.

Des Weiteren ist durch die ständige Unterspülung mit Speichel das Risiko einer Demineralisierung der Zahnflächen verschwindend gering. Da sich die Speicheldrüsen in unmittelbarer Nähe zur Lingualspange befinden, wird eine permanente Benetzung der Innenseite des Zahns mit Speichel garantiert und das Kariesrisiko somit stark minimiert.

Nachteile der Lingualspange im Detail

Ein Nachteil der kostenintensiven lingualen Zahnspange ist die direkte Nachbarschaft zur Zunge; eines der empfindlichsten Sinnesorgane des Körpers. Diese kann durch die spitzen Brackets und Drähte leicht verletzt und gereizt werden. Die Phase der Eingewöhnung ist deutlich länger als bei einer herkömmlichen Zahnspange und das Essen und Kauen fällt den Patienten oft anfänglich schwerer. Auch kann die Phonation (Sprachbildung) beeinträchtigt werden. So ist das Lispeln eine der häufigsten Sprachstörungen, die bei der Lingualspange vorkommen und zieht sich in manchen Fällen über die gesamte Behandlungsdauer.

Des Weiteren lässt sich die Lingualspange nicht selbstständig aus dem Mund entfernen (wie z. B. herausnehmbare Aligner-Schienen). Wenn die Beschwerden zu groß sein sollten und der Patient eine Entfernung der Lingualspange wünscht, so geht dies unmittelbar mit einem Abbruch der kieferorthopädischen Behandlung einher. Daher sollten alle möglichen Nachteile schon vor Behandlungsbeginn gut überdacht werden.

Linguale Zahnspangen im Vergleich: Incognito versus WIN

Die zwei gängigsten Hersteller auf dem Markt, Incognito und WIN, unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit und der Behandlungsdauer kaum voneinander. Bei der Incognito-Lingualspange werden die Brackets mit Hilfe der CAD-CAM-Technik individuell und mit einem hohen Goldgehalt hergestellt. Dies bewirkt, dass die Brackets mit einer großen Grundfläche sehr flach gestaltet und somit passgenau auf jedem Zahn platziert werden können. Dies zeichnet sich in einer geringen Bruchrate und einer enorm hohen Haftkraft aus.

Aufgrund des hohen Goldanteils ist diese Lingualspange jedoch entsprechend teuer. Bei dem zweiten System der Lingualtechnik, dem WIN-System, werden die Brackets ebenfalls mit einer flachen Basis individuell und passgenau für jeden Zahn gefertigt, was sich in einer ebenso niedrigen Bruchrate und hohen Haftkraft wiederspiegelt. Die Legierung ist hierbei nicht aus Gold-, sondern aus Silber was den etwas niedrigeren Preis erklärt.  

Behandlungsdauer

Insgesamt lässt sich die Behandlungsdauer der lingualen Zahnspange mit der einer gewöhnlichen Zahnspange von außen vergleichen. Sie ist abhängig von der individuellen Bisslage und Zahnfehlstellung des Patienten und kann von ein paar Monaten, bei kleinen Zahnfehlstellungen, bis hin zu mehreren Jahren sein. Ebenso sind die Abstände der Kontrolltermine ähnlich wie bei einer konventionellen Zahnspange. Sie liegen im Schnitt bei ca. vier bis acht Wochen; abhängig vom Behandlungsumfang pro Termin.  

Herstellung der Lingualspange

Da die Brackets einer Lingualspange an die individuelle Zahnanatomie angepasst werden, muss vor Beginn der Behandlung ein Abdruck der Kieferbasen und Zähne erfolgen. Dies kann konventionell mit einem gängigen Abdruckmaterial wie Silikon oder Alginat erfolgen, oder aber mittels eines 3D-Scanners.

Bei beiden Methoden wird ein exaktes Modell des Gebisses in der bisherigen Ausgangssituation hergestellt. Anschließend wird ein sog. „Set-Up-Modell“ erstellt, das die Zähne in ihrer späteren, optimalen Position und Zahnbogenform präsentiert. Somit können Backets mit individueller Basis gefertigt werden. Ein Biegeroboter kann mithilfe einer speziellen Computersoftware präzise Biegungen einbringen, damit sich die Zähne während der Behandlung in ihre passende Position bewegen.

Dieser aufwendige Herstellungsprozess erklärt unter anderem auch die relativ hohen Kosten, die bei der Behandlung mit einer lingualen Zahnspange anfallen.

Behandlungsverlauf

Nachdem die Lingualspange hergestellt wurde, kann sie nun von Ihrem Kieferorthopäden eingesetzt werden. Dieser Prozess ähnelt stark dem der konventionellen Zahnspange von außen (siehe Artikel Metallbrackets, Keramikbrackets). Ein Unterschied hierbei ist, dass die Lingualbrackets entweder direkt, oder mit Hilfe einer Übertragungsschiene auf die Zahninnenseite geklebt werden können. Sitzen alle Brackets fest auf ihren gewünschten Positionen, muss nur noch der Drahtbogen fest an den Brackets befestigt werden. In regelmäßigen Abständen kontrolliert nun der Kieferorthopäde den Behandlungsfortschritt und wechselt, je nach Bedarf, die Bögen aus oder bringt zusätzliche Biegungen ein. Ist das gewünschte Behandlungsziel erreicht, kann die linguale Zahnspange vom Kieferorthopäden mithilfe einer speziellen Abnehmezange von den Zahninnenseite entfernt werden. Nach Entfernung aller Kunststoffreste und der Herstellung und Anbringung einer geeigneten festsitzenden oder herausnehmbaren Stabilisierungsform (siehe Artikel: Retainer, Retentionsschiene), kann der Patient sich nun über ein dauerhaft gerades Lächeln freuen.

Mundhygiene als essenzieller Faktor

Nicht nur für den Kieferorthopäden selbst ist die Lingualtechnik aufwendig. Auch der Patient muss sich auf eine aufwendigere Mundhygiene einstellen, die vor allem in der Anfangszeit der Behandlung oft Schwierigkeiten verursachen kann. Durch die schlechtere Erreichbarkeit der Zahnzwischenräume könnten Nahrungsbestandteile länger liegen bleiben und Plaque sich ausbilden. Dies wird zwar durch die gute Unterspülung mit Speichel ausgeglichen, jedoch Bedarf eine Lingualspange dennoch einer intensiven Pflege. Das kieferorthopädische Team zeigt Ihnen gerne die verschiedenen Reinigungstechniken, die bei einer lingualen Zahnspange für eine optimale Mundhygiene essenziell sind und das Reinigen erleichtern. Auch wird eine professionelle Zahnreinigung vor und während der Behandlung empfohlen.

Kosten der Lingualspange

Ein Nachteil der lingualen Zahnspange liegt in den hohen Behandlungskosten. Diese kommen zustande, da die lingual Zahnspange mit Hilfe einer hochspezialisierten 3D-Technologie hergestellt wird, die Brackets aus einer hochwertigen Gold- oder Silberlegierung bestehen und der Behandlungsaufwand für den Kieferorthopäden aufgrund schlechter Sichtverhältnisse deutlich größer ist als bei der konventionellen Zahnspange. Die Kosten liegen bei ca. 4.500 Euro bis 8.500 Euro und sind von Praxis zu Praxis unterschiedlich. Auch sind die Kosten zusätzlich noch von der Schwere der Zahn- und/oder Kieferfehlstellung abhängig und auch davon, ob ein oder beide Kiefer behandelt werden sollen.

Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten?

Bei Kindern unter 18 Jahren erfolgt zunächst die Einstufung in die kieferorthopädische Indikationsgruppe. Jedoch sehen die gesetzlichen Krankenkassen ausschließlich die medizinische Notwendigkeit in ihrer günstigsten Form vor (große Brackets, die außen an den Zähnen angebracht werden). Aus diesem Grund ist von einer hohen finanziellen Selbstbeteiligung für die Behandlung und die Material- und Laborkosten bei der Lingualtechnik auszugehen. Bei Patienten über 18 Jahren ist jegliche kieferorthopädische Behandlung privat zu bezahlen, es sei denn, es besteht die Indikation für eine Operation. Doch auch in diesem Falle sieht der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen lediglich die günstigste Form der Zahnspange von außen vor. Auch im Falle einer Operation ist somit mit einer hohen finanziellen Selbstbeteiligung zu rechnen.

Zahlt die private Krankenversicherung oder die Zahnzusatzversicherung?

Ob die private Krankenversicherung oder die Zahnzusatzversicherung die Kosten für die linguale Zahnspange übernehmen, ist abhängig von den spezifischen Vertragsdetails. Diese können in den Policen der jeweiligen Versicherungen nachgelesen werden.


FAQ

Kann es zu Sprachproblemem bei einer kieferorthopädischen Behandlung mit einer lingualen Zahnspange kommen?

Ja. Die individuell hergestellten Brackets werden auf die Innenseiten der Oberkiefer-Frontzähne geklebt. In diesem Bereich entsteht auch die Phonation (Lautbildung). Diese kann durch die Brackets beeinträchtigt werden. Jedoch ist es von Patient zu Patient unterschiedlich, wie stark die Sprachproblematik mit einer lingualen Zahnspange auftritt und ob diese nach einigen Tagen oder Wochen der Eingewöhnung nachlässt. Dies ist vor allem in Berufen, in denen viel Kommunikation gefordert ist, problematisch. In den meisten Fällen gewöhnen sich Patienten jedoch nach einigen Tagen an die ungewöhnliche Situation im Mund; in manchen Fällen bleibt die Sprachproblematik bis zum Ende der Behandlung bestehen.

Wie viel kostet eine linguale Zahnspange?

Aufgrund der aufwendigen Herstellung, der hohen Materialkosten sowie des höheren Behandlungsaufwandes aufgrund schlechter Sichtverhältnisse für den Kieferorthopäden, ist die Lingualspange eines der teuersten kieferorthopädischen Apparaturen. Der Preis beträgt zwischen 4.500 Euro und 8.500 Euro und ist abhängig von der Schwere der Zahn- und/oder Kieferfehlstellung sowie der Anzahl der zu behandelnden Kiefer. Die Preise variieren von Praxis zu Praxis.

Zahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine Lingualspange?

Bei Kindern unter 18 Jahren erfolgt zunächst eine Einstufung hinsichtlich der kieferorthopädischen Indikationsgruppen. Jedoch sehen die gesetzlichen Krankenkassen ausschließlich die medizinische Notwendigkeit in ihrer günstigsten Form vor (große Brackets, die außen an die Zähne geklebt werden). Deshalb fällt in jedem Fall eine hohe finanzielle Selbstbeteiligung für die Behandlung mit einer Lingualspange an.

Bei Patienten über 18 Jahren erfolgt keine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse; jegliche kieferorthopädische Behandlung ist privat zu bezahlen, es sei denn, es besteht die Indikation für eine Operation. Auch in diesem Fall übernimmt die Krankenkasse nur die Regelversorgung (herkömmliche Zahnspange von außen), mit einer hohen Selbstbeteiligung ist auch in diesem Fall zu rechnen.  

Immer häufiger sieht man Erwachsene mit einer Zahnspange. Warum das so ist, kann zwei Gründe haben: Entweder hatte der Patient noch keine kieferorthopädische Behandlung als Kind (Versäumnis oder bewusste Entscheidung der Eltern oder des Kindes selbst), oder aber das Behandlungsergebnis hat sich im Erwachsenenalter erneut verschoben. Was Sie für Möglichkeiten haben, sich Ihre Zähne auch noch als Erwachsener begradigen zu lassen, welche Kosten auf Sie zukommen und wie lange die Behandlung ungefähr dauern kann, erfahren Sie hier:

Das Wichtigste in Kürze:

  • eine Zahnspange für Erwachsene kann aufgrund von medizinischen und/oder ästhetischen Gesichtspunkten sinnvoll sein.
  • eine kieferorthopädische Behandlung für Erwachsene kann mittels herausnehmbaren Apparaturen (Aligner-Schienen, lockere Zahnspangen), oder mittels festsitzender Apparaturen (konventionelle Zahnspange von außen mit Metall- oder Keramikbrackets, Lingualspange von innen).
  • Patienten über 18 Jahren müssen dfie Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung selbst tragen (Ausnahme: Kieferorthopädie in Kombination mit Kieferchirurgie).

Warum eine Zahnspange für Erwachsene?

Sich als Erwachsener für eine Zahnspange bzw. für eine kieferorthopädische Behandlung zu entscheiden, kann verschiedene Gründe haben. Dabei spielen medizinische und ästhetische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle:

  • Starker Engstand oder Lücken zwischen den Zähnen – medizinische (erschwerte Reinigung, erhöhtes Kariesrisiko) und ästhetische Gründe
  • Offener oder tiefer Biss – medizinische (Probleme mit dem Kauen von Nahrung) und ästhetische Gründe
  • Großer Überbiss oder Vorbiss (umgekehrter Überbiss) – medizinische (Probleme mit dem Abbeißen/Nahrungszerkleinerung) und ästhetische Gründe
  • Kreuzbiss oder bukkale Nonokklusion (umgekehrter Kreuzbiss) – medizinische (Probleme mit dem Abbeißen/ Nahrungszerkleinerung) und ästhetische Gründe
  • Kiefergelenkbeschwerden Verspannungen, Schlafstörungen, Knirschen/Pressen mit den Zähnen während des Schlafens
  • Psychische Faktoren – hoher Leidensdruck durch „schiefe Zähne“, soziale Isolierung
  • Missverhältnis der Rot-Weiß-Ästhetik (man sieht „zu viel Zahnfleisch“)

Diese Auflistung zeigt, dass die meisten medizinischen Gründe auch eine ästhetische Komponente haben und selten isoliert voneinander betrachtet werden können.

Wollen Sie sich beraten lassen? Sprechen Sie mit uns, wir freuen uns auf Sie: Jetzt kostenfreien Beratungstermin vereinbaren.

Behandlungsmethoden & Zahnspangen-Arten

Es existieren zahlreiche kieferorthopädische Behandlungsmethoden, die bei Erwachsenen Patienten zu einem vielversprechenden Behandlungsergebnis führen können:

  • Feste Zahnspange von außen (Metallbrackets, Keramikbrackets)
  • Feste Zahnspange von innen (Lingualtechnik)
  • Herausnehmbare Aligner-Schienen (z. B. Invisalign)
  • Herausnehmbare lockere Zahnspangen  

Feste Zahnspange von außen – Brackets

Eine der gängigsten Methoden, Zähne zu begradigen, ist die Behandlung mit festsitzenden Zahnspangen, die auf der Außenseite der Zähne befestigt werden, somit also sichtbar sind. Dabei unterscheidet man zwischen silbernen Metallbrackets und zahnfarbenen Keramikbrackets. Beide Mechanismen unterscheiden sich nur durch ihren Werkstoff, aus dem sie gefertigt werden; ihre Funktion aber ist identisch: Durch exakte Platzierung der Brackets auf der Vorderseite der Zähne und das Einligieren eines Drahtbogens, werden die Zähne in einer gewissen Zeit in die gewünschte Position gebracht.

Die Behandlungsdauer ist abhängig von der jeweiligen Zahnstellungsanomalie und kann zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren liegen.

Der Vorteil dieser Zahnspange ist ganz klar: Sie kann ihre Wirkung 24 Stunden und sieben Tage die Woche entfalten und ist somit optimal für jede Art von Zahn- oder Kieferfehlstellung einsetzbar.

Alle sechs bis sieben Wochen kontrolliert der Kieferorthopäde den Behandlungsfortschritt und wechselt regelmäßig die Bögen. Er kann durch Umkleben der Brackets, Einbringen von Biegungen und weiteren Tools, wie das Einsetzen von Gummiketten, und intermaxillären Gummizügen, Verblockung von Zähnen mittels Drahtligaturen und anderen Methoden, die gewünschte Zahnbewegung gezielt steuern und somit exakt auf das Behandlungsergebnis einwirken.

Der einzige Nachteil dieser Methode ist die Sichtbarkeit der Apparatur, die einige Patienten von der Entscheidung zur festen Zahnspange abhält.

Unsichtbare Feste Zahnspange von innen – Lingualtechnik

Eine immer bekanntere und bei Erwachsenen gern gewählte Methode zur Zahnkorrektur ist die Zahnspange von innen (Lingualtechnik), die als genauso präzise wie die sichtbare Variante von außen eingestuft wird. Durch eine spezielle 3D-Technologie werden individuelle Brackets und Bögen hergestellt,die hinter den Zähnen angebracht werden und die Zähne ganz unsichtbar in die gewünschte Position verschieben können.

Die Lingualspange kann in jeder Altersklasse sowie bei fast allen Zahn- und Kieferfehlstellungen angewandt werden. Die Behandlungsdauer ist auch bei dieser Variante individuell abhängig von der Fehlstellung und beträgt zwischen ein paar Monaten bis hin zu mehreren Jahren.

Auch bei der Lingualspange kontrolliert der Kieferorthopäde alle sechs bis sieben Wochen den Behandlungsfortschritt und wechselt, wenn notwendig, die Bögen aus. Dem großen Vorteil, der Unsichtbarkeit, stehen jedoch einige Nachteile gegenüber: Bei dieser, oft nicht ganz kostengünstigen Variante, kann die Zunge stark gereizt werden und Sprachstörungen, wie z. B. Lispeln können entstehen. Dies kann im Alltag als sehr störend empfunden werden, vor allem bei Patienten, die beruflich viel Kundenkontakt haben sowie bei Sängern, Schauspielern oder Politikern.

Durchsichtige & herausnehmbare Aligner Schienen

Eine immer beliebtere Zahnspange für Erwachsene zur (fast unsichtbaren) Zahnkorrektur ist die Behandlung mittels durchsichtiger Aligner-Schienen (wie z. B. Invisalign). Durch einen digitalen Scan oder einen gewöhnlichen Alginat-Abdruck der Zahnreihen, wird ein Modellder Zähne erstellt, aufgrund dessen die Zahnbewegungen und das Endergebnis bis ins letzte Detail geplant werden können. In jeder Schiene ist eine kleine Zahnbewegung eingearbeitet, die nach und nach die Zähne in die Endposition bewegt.

Der Patient bekommt mehrere Schienen mit nach Hause und wechselt diese selbstständig. Die Aligner-Schienen sollten circa 20-22 Stunden am Tag getragen und lediglich zum Essen aus dem Mund entfernt werden. Oft ist es notwendig, auf einige Zähne „Attachments“ zu kleben (kleine Klebepunkte aus Kunststoff), die der Schiene eine höhere Retention verleihen und spezielle Zahnbewegungen ermöglichen.

Alle vier bis sechs Wochen kontrolliert der Kieferorthopäde den Sitz der Kunststoffschienen, die Attachments und den gesamten Behandlungsfortschritt und kann durch weitere Tools (wie z. B. intermaxilläre Gummizüge) Behandlungs-Variationen einbringen.

Mit Aligner-Schienen lassen sich fast alle Zahn- und Kieferfehlstellungen in jedem Alter korrigieren. Die Behandlungszeit hängt stark von der Zahnfehlstellung ab und variiert, wie auch bei den festsitzenden Apparaturen, zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren.

Der enorme Vorteil der „Herausnehmbarkeit“ der Schienen ist gleichzeitig auch der Nachteil: Der Kieferorthopäde ist darauf angewiesen, dass der Patient die Aligner auch diszipliniert trägt; ansonsten kann kein erfolgreiches Behandlungsergebnis erzielt werden.

Herausnehmbare lose Zahnspange

In sehr seltenen Fällen, kann auf diese Zahnspange als alleinige kieferorthopädische Behandlung bei Erwachsenen zurückgegriffen werden: Die klassische, lose Zahnspange. Sie besteht aus einer Basis aus Kunststoff und wird durch kleine Klammerarme aus Draht an den Zähnen befestigt. Zusätzlich verhindert ein sog. „Labialbogen“ eine Bewegung der Frontzähne nach vorne in Richtung Lippen. Auch können zusätzliche Elemente wie z. B. Federn oder Schrauben in die Platte eingebaut werden, die den Kieferknochen dehnen sollen und die Zähne in bestimmte Positionen lenken können.

Durch Aktivierung der Klammern können jedoch nur Kippungen der Zähne erreicht werden; eine körperliche Bewegung der Zähne oder gar Wurzelbewegungen sind mit einer herausnehmbaren Zahnspange nicht möglich.

Lockere Zahnspangen werden bei Erwachsenen auch deshalb so selten verwendet, da der adulte Knochen ausgewachsen ist und sich durch z. B. Drehen von eingebauten Schrauben, nicht mehr dehnen kann. Somit ist eine Behandlung von den meisten Zahn- und Kieferanomalien mit dieser Art von Zahnspange nicht möglich.

Auch ist die Zahnkippungnicht präzise genug, um ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis zu erreichen. In manchen, seltenen Fällenist die Fehlstellung jedoch so gering, dass sie durch eine lockere Zahnspange korrigiert werden kann. Informieren Sie sich hierfür bei Ihrem Kieferorthopäden und lassen Sie sich von Ihm ausführlich darüber beraten, ob eine herausnehmbare Zahnspange für Sie eine Option sein könnte.

Ablauf der Erwachsenenbehandlung

Dass eine kieferorthopädische Behandlung gewünscht ist, ist eine Entscheidung, die der erwachsene Patient meistens alleine für sich, oder aber in Absprache mit seinem engsten Umkreis fällt. Bei starken Fehlstellungen, Lücken zwischen den Zähnen (durch z. B. Verlust eines oder mehrerer Zähne), oder reduzierter Hygienefähigkeit (durch z. B. sehr eng stehende Zähnen), überweist auch der Zahnarzt den Patienten an den Kieferorthopäden.

Nachdem ein ausführliches Erstgespräch über die Wünsche des Patienten geführt wurde, inspiziert der Kieferorthopäde die Mundhöhle und erstellt eine erste Diagnose zur individuellen Zahn- und Kieferfehlstellung. Zusätzlich können Röntgenbilder erstellt, ausgewertet und mit dem Patienten besprochen sowie Abdrücke oder ein 3D-Scan angefertigt werden. Nach ausführlicher Diagnostik bespricht der Kieferorthopäde mit dem Patienten, welche Methode für die jeweilige Fehlstellung empfehlenswert ist und ob sich diese mit den Erwartungen des Patienten deckt. Ist ein gemeinsamer Konsens gefunden, schreibt der Kieferorthopäde den individuellen Behandlungsplan und die Behandlung kann begonnen werden.

Dauer und Voraussetzungen der Erwachsenenbehandlung

Wie lange die Behandlung andauern wird, ist abhängig von der individuellen Zahn- und Kieferfehlstellung. Während sich leichte, frontale Engstände in wenigen Monaten einfach behandeln lassen, kann eine starke Kieferanomalie, die lediglich in Kombination mit einer Kieferoperation korrigiert werden kann, auch mehrere Jahre dauern.

Voraussetzung für jegliche kieferorthopädische Behandlung ist ein kariesfreies Gebiss und ein gesunder Zahnhalteapparat. Gingivitis und Parodontitis müssen ausgeschlossen werden. Sind Sie noch aufgrund dieser Problematiken in zahnärztlicher Behandlung, wird stark empfohlen, diese erst abzuschließen, bevor mit der Zahnspange für Erwachsene bzw. der kieferorthopädischen Behandlung begonnen wird.

Kosten für eine Zahnspange für Erwachsene

Je nach Wahl der Behandlungsmethodik, Schwere der Zahn- und Kieferfehlstellung sowie Anzahl der zu behandelnden Kiefer, entstehen Kosten zwischen 1.800 Euro (festsitzende Zahnspange von außen mit Metallbrackets, Behandlung nur eines Kiefers) und 8.500 Euro (festsitzenden Zahnspange von innen, Behandlung beider Kiefer).

In manchen Praxen wird ein Festpreis angeboten und es kommen keine versteckten, weiteren Zusatzkosten mehr auf Sie zu. In anderen Praxen werden manche Kosten (wie z. B. Zahnreinigungen, der Verlust von Brackets und jegliche Reparaturen) zusätzlich abgerechnet.

Wie es in Ihrem Fall ist, erfahren Sie im persönlichen Gespräch mit ihrem behandelnden Kieferorthopäden. 

Zahlen die gesetzlichen Krankenkassen?

Ab dem 18. Lebensjahr, werden die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Eine Ausnahme stellen Patienten mit schweren Zahn- und Kieferanomalien dar, die nur in Kombination mit einer Kiefer-Operation (Umstellung von Ober- und/oder Unterkiefer) behandelt werden können. In solchen Fällen bezahlt die gesetzliche Krankenkasse nur den Regelsatz der Behandlung (festsitzende Zahnspange von außen mit Metallbrackets).

Möchte der Patient im Fall einer Operation ästhetisch unauffälligere Keramikbrackets oder eine linguale Zahnspange eingesetzt bekommen, muss er die zusätzlichen Kosten dafür privat tragen.

Zahlt die private Krankenversicherung oder die Zahnzusatzversicherung?

Je nach Tarif werden Teile der Behandlung von den privaten Krankenversicherungen oder den Zahnzusatzversicherungen rückerstattet. Ob Ihnen eine Kostenübernahme zusteht, muss im Einzelfall überprüft werden. Informieren Sie sich hierfür vor Behandlungsbeginn in den Policen Ihres Vertrages.


FAQs

Wann ist eine Zahnspange für Erwachsene notwendig?

In den meisten Fällen ist eine kieferorthopädische Behandlung ein elektiver Eingriff (Wahleingriff). Nur bei enormen Zahn- und Kieferanomalien ist eine Behandlung, oft auch in Kombination mit einer Kiefer-Operation, wirklich zwingend notwendig.

In den meisten Fällen jedoch, wirkt sich eine Zahn- und Kieferstellungskorrektur positiv auf den Alltag aus und führt zu einem besseren Lebensgefühl. Ist z. B. das Abbeißen und die Nahrungszerkleinerung gestört (beispielsweise durch einen zu großen Überbiss, Vorbiss oder offenen Biss), kann das den persönlichen Alltag massiv einschränken.

Führen Fehlstellungen zu Kiefergelenkproblemen und zu Knirschen und Zähnepressen in der Nacht, ist ein Durchschlafen nicht mehr möglich und der Patient hat mit ständigen Schmerzen und Müdigkeit zu kämpfen.

Doch auch ästhetische Gesichtspunkte haben einen wichtigen Stellenwert. So ziehen sich manche Patienten aufgrund ihrer „schiefen Zähne“ oft zurück, isolieren sich von der Gesellschaft und knüpfen weniger soziale Kontakte. Ein gerades Lächeln steigert somit das Selbstbewusstsein und kann dadurch einen positiven Effekt auf die psychische Gesundheit haben.

Was kostet eine Zahnspange für Erwachsene?

Die Behandlungskosten einer Zahnspange für Erwachsene sind abhängig von der Schwere der Fehlstellung, von der Wahl der kieferorthopädischen Apparatur, der Dauer der Behandlung sowie der Anzahl der zu behandelnden Kiefer und betragen zwischen 1.800 Euro (festsitzende Zahnspange von außen mit Metallbrackets, Behandlung nur eines Kiefers) und 8.500 Euro (festsitzenden Zahnspange von innen, Behandlung beider Kiefer). Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen hierbei eine Kostenübernahme bei Patienten über 18 Jahren nicht.

Die Ausnahme stellen Patienten mit massiven Zahn- und Kieferfehlstellungen dar, bei denen der Behandlungserfolg lediglich durch Kombination von Kieferorthopädie mit einer Kiefer-Operationerzielt werden kann. Hierbei bezuschussen die Krankenkassen nur die Regelversorgung (konventionelle Zahnspange von außen mit Metallbrackets),jede andere Variante (z. B. festsitzende Zahnspange mit Keramikbrackets, Lingualspange) muss von den Patienten privat getragen werden.

Ob die privaten Krankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen etwas zu Ihrer kieferorthopädischen Behandlung bezuschussen, muss dem Kleingedruckten in Ihrem Vertrag entnommen werden.

✅ Wie lange dauert eine Erwachsenenbehandlung?

Die Behandlungsdauer ist abhängig vom individuellen Ausmaß der Zahn- und Kieferfehlstellung und von der ausgewählten Methodik der Zahnkorrektur. Beispielsweise kann die Behandlung von leichten Engständen der Frontzähne innerhalb weniger Monate erfolgen, wohingegen größere Fehlbisse, z. B. auch in Kombination mit Kiefer-Operationen, über mehrere Jahre hinweg andauern können, bis das gewünschte Behandlungsergebnis erreicht ist.

Auch spielen genetische Faktoren, wie z.B. individueller Knochenstoffwechsel sowie die Disziplin des Patienten eine große Rolle. Trägt der Patient beispielsweise die Aligner-Schienen nur die Hälfte der vorgeschriebenen Zeit oder verpasst regelmäßig seine Kontrolltermine, kann es zu einer zeitlichen Verzögerung des Behandlungszieles kommen.

Es muss ebenfalls bedacht werden, dass bei plötzlich auftretenden, schweren Erkrankungen des Zahnhalteapparates, die kieferothopädische Apparatur temporär abgenommen werden muss, um die Parodontalerkrankung zu therapieren. Auch dies kann die Behandlungsdauer verlängern.
Aus diesen Gründen ist es essenziell, vor Behandlungsbeginn einen Kontrolltermin bei Ihrem Haus-Zahnarzt zu vereinbaren und mit Ihrem Kieferorthopäden vorab über die Behandlungsdauer zu sprechen.

Nicht nur in der allgemeinzahnärztlichen Praxis ist Prophylaxe ein wichtiges Thema. Auch in der kieferorthopädischen Praxis wird Prophylaxe groß geschrieben, denn sowohl festsitzende Apparaturen sowie herausnehmbare Zahnspangen und Aligner sind optimale Anlagerungsflächen für Bakterien, da sie das Zähneputzen erschweren und die natürliche Selbstreinigung der Zähne durch den Speichel reduzieren. Und durch viele Studien(1) ist mittlerweile belegt: Eine schlechte Mundhygiene macht krank. Doch wieso genau ist eigentlich kieferorthopädische Prophylaxe so wichtig?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Prophylaxe“ bedeutet so viel wie „einer Erkrankung vorbeugende Maßnahme“; in der Zahnmedizin ist damit auch oft „professionelle Zahnreinigung“ gemeint
  • Durch frühzeitige zahnärztliche und kieferorthopädische Prophylaxe kann das individuelle Kariesrisiko bestimmt und ihm entgegengewirkt werden.
  • zahnärztliche Prophylaxe und kieferorthopädische Prophylaxe gehen Hand in Hand
  • Frühzeitige kieferorthopädische Inspektion kann Zahn- und Kieferfehlstellungen erkennen, im besten Falle therapieren und ihr weiteres Fortschreiten verhindern

Warum ist der Zahnarztbesuch im Kindesalter sinnvoll?

Schon ab dem ersten Milchzahn sollte der kleine Patient beim Zahnarzt vorstellig werden. Durch frühzeitige Inspektion kann der Zahnarzt Tipps zu Ernährungsgewohnheiten und häuslicher Zahnreinigung geben und sich selbst ein Bild von der Mundgesundheit des Patienten machen. Bei z. B. starkem Kariesbefall können und müssen auch die verantwortlichen Eltern mit einbezogen werden.

Ein wichtiger Punkt ist dabei die Aufklärung der Eltern, denn diese wissen oft nicht über Fehlerquellen beim Zähneputzen bescheid. Diese sollten zusammen mit dem Zahnarzt aufgesucht und behoben und das Kind bei der häuslichen Zahnpflege unterstützt werden (durch z. B. Nachputzen der Zähne).

Auch gewöhnt sich das Kind somit schon sehr früh an die „ungewöhnliche“ Situation auf dem Zahnarztstuhl und kommt später meist, auch wenn größere Eingriffe notwendig sind, besser mit dem Zahnarztbesuch zurecht.

Zahnreinigung bei Kindern

Eine professionelle Zahnreinigung wird von vielen Zahnärzten und Kieferorthopäden schon im Milchgebiss empfohlen. Vorher färbt das zahnmedizinische Fachpersonal die Zähne mit einem bunten Lack an und kann dem Patienten spielerisch aufzeigen, wo Putzdefizite liegen und wie man diese beseitigen kann. Oft wird bei der professionellen Zahnreinigung ein spezielles Pulverstrahlgerät verwendet, das weiche und harte Beläge optimal entfernen kann.

Oft kommt zu noch mangelnder Motorik, fehlerhaften Ernährungsgewohnheiten und dem noch weichen Zahnschmelz das Tragen einer herausnehmbaren oder festen Zahnspange dazu, die das Kind häufig an den Rand seiner Fähigkeiten bringt. Deshalb ist es essenziell, dem Kind und Jugendlichen schon früh beizubringen, auf was es beim Zähneputzen achten soll und welche Lebensmittel die Zähne schädigen können.

KFO-Behandlung im Kindesalter beugt Habits vor

Der Zahnarzt erkennt oft schon im Milchgebiss Tendenzen zu Kieferfehlbildungen und überweist das Kind im Regelfall zur kieferorthopädischen Praxis.

Schon im Alter von fünf bis neun Jahren kann durch z. B. herausnehmbare Apparaturen überschießendes Kieferwachstum gehemmt oder mangelndes Kieferwachstum gefördert werden. Auch kann das kieferorthopädisch geschulte Auge Habits wie z. B. Daumenlutschen und Zungen- sowie Wangensaugen erkennen und Übungen für Zuhause mitgeben. Manchmal ist es auch sinnvoll, interdisziplinär mit einem Logopäden zusammenzuarbeiten, um schwerwiegende Habits auszuschalten und eine bessere Lautbildung sowie Nasenatmung zu erreichen.

Zahnreinigung während der kieferorthopädischen Behandlung

Wird eine kieferorthopädische Behandlung begonnen, so ist es oft häufig sinnvoll, die professionelle Zahnreinigung und Prophylaxe auch in der kieferorthopädischen Praxis durchführen zu lassen. Durch die häufigen Kontrolltermine und durch das entsprechende Werkzeug, kann der Kieferorthopäde, oder das geschulte, kieferorthopädische Personal, durch z. B. Apparaturabnahme einer festen Zahnspange, gründlicher, auch unterhalb des Bogens, reinigen und anschließend neue Bögen einligieren.

Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Kieferorthopäden, ob eine zusätzliche Prophylaxe beim Hauszahnarzt notwendig ist.

Vorsorgeuntersuchungen bei Erwachsenen

Egal in welchem Alter – Für eine (erste) Vorsorgeuntersuchung ist es nie zu spät! Auch bei Patienten, die gründlich putzen und ein hohes Bewusstsein für eine gute Mundhygiene mitbringen, ist eine regelmäßige, professionelle Zahnreinigung durch geschultes, zahnmedizinisches Personal unerlässlich. Wie oft diese in Anspruch genommen werden sollte, hängt vom individuellen Karies- bzw. Parodontitisrisiko ab. Dieses wird bei jedem, zahnärztlichen Kontrolltermin mitbestimmt und ist ausschlaggebend für die Abstände der Zahnreinigung und zahnärztlichen Inspektion.

Durch die professionelle Zahnreinigung wird die Zahnoberfläche, die Zahnzwischenräume sowie die Bereiche unterhalb des Zahnfleisches gründlich und mit speziellen Instrumenten gereinigt, geglättet und poliert. Diese Glättung bewirkt, dass sich Bakterien weniger stark an der Zahnoberfläche ansiedeln können und weniger lange dort verweilen.

Dies senkt signifikant das Kariesrisiko sowie das Risiko an Parodontitis zu erkranken. Auch können Kronen- und Brückenrestaurationen sowie Prothesen mitgereinigt und für den Patienten wieder hygienefähig gemacht werden. Außerdem ist das Aufbringen eines hochprozentigen Fluoridlacks essenziell für die Stärkung des Zahnschmelzes und die Vorbeugung von Karies.

Mundhygiene als A und O für die Kieferorthopädie

Gesundes Zahnfleisch und gesunde Zähne sind das A und O für eine kieferorthopädische Behandlung. Bei chronischer Zahnfleischentzündung sollte die Indikation für eine kieferorthopädische Therapie eher zurückhaltend erfolgen, da sich Zähne ansonsten übermäßig lockern können und wichtiger Zahnhalteapparat (Kieferknochen, Zahnfleisch, Zahnhaut und Zahnzement) dadurch noch weiter abgebaut werden kann.

Im schlimmsten Falle könnten somit Zähne irreversibel verloren gehen. Da sich manche Patienten auch noch in höherem Alter für eine kieferorthopädische Behandlung entscheiden, sollte ein regelmäßiges Recall-Programm beim Zahnarzt eingehalten werden. Wie auch bei Kindern (siehe oben), empfehlen viele kieferorthopädische Praxen auch bei Erwachsenen Patienten während der Zeit der Behandlung eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen, da diese während des Bogenwechsels einfach und problemlos gestaltet werden kann.

In manchen Praxen werden die Zähne vor dem Anbringen der kieferorthopädischen Apparatur nur grob und oberflächlich gereinigt und eine „vollwertige“ Individualprophylaxe findet nicht statt.

Ihr Kieferorthopäde klärt Sie gerne darüber auf, ob eine „vollwertige“ Prophylaxe angeboten wird und wie viel diese kostet.

Fehlende Prophylaxe bei Zahnspangen

Insbesondere beim Tragen einer festen Zahnspange fällt eine adäquate Mundhygiene oft schwer. Wenn Essensreste jedoch nicht regelmäßig entfernt werden, können folgende Probleme auftreten:

  • Plaque
  • Demineralisierung und Karies
  • Zahnstein und Verfärbungen
  • Zahnfleischentzündung
  • Schmerzempfindlichkeit
  • Halitosis (Mundgeruch)

Werden diese Probleme nicht behandelt, können sich schwerwiegendere Erkrankungen etablieren. Eine schwere Parodontitis kann z. B. zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Herzinfarkte, Schlaganfälle), Lungenerkrankungen, Arthritis und Depressionen führen *.

Plague

Die Plaque ist eine Kombination aus Essensresten, Speichel und Bakterien, ist zäh und klebrig und haftet auf der Zahnoberfläche. Die Bakterien innerhalb der Plaque zersetzen die Kohlenhydrate der Nahrung zu Säuren, die den Zahnschmelz und das Zahnfleisch angreifen und zu Demineralisierung, Karies, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen führen.

Da es den Patienten oft schwer fällt, unter den Bögen und um die Brackets herum zu reinigen, ist es sehr wichtig, sich von Ihrem kieferorthopädischen Team in der Praxis diesbezüglich beraten zu lassen. Es gibt einige Tipps und Tricks, wie die Reinigung vereinfacht und eine Plaquebildung verringert werden kann.

Demineralisierung und Karies

Die Säuren, die von Plaquebakterien produziert werden, greifen den Zahnschmelz an, lösen wichtige Bestandteile aus dem Schmelz heraus (z. B. Calcium, Phosphat)  und bilden kreideartige, weiße Flecken („white-spot-Läsionen“). Da besonders der Bereich um die Brackets herum schwierig zu reinigen ist, kommen diese weißen Entkalkungen auch häufig genau dort vor.

Doch nicht die Zahnspange an sich verursacht diese Flecken, sondern der Mangel an Reinigung und der häufige Verzehr von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln. Leider sind die weißen Entkalkungen oft nicht mehr rückkehrbar und Karies entsteht in vielen Fällen.

Um Demineralisierungen vorzubeugen, sollten Sie nach den Mahlzeiten zur Zahnbürste greifen, gründlich Ihre Zähne reinigen und zusätzlich Zahnseide verwenden. Auch kann das häufige Essen von stark zucker- und säurehaltigen Lebensmitteln zu Demineralisierungen und Karies führen.

Studien belegen, dass nicht die Menge an zugeführten Zuckern, sondern die Frequenz der Aufnahme von süßen Nahrungsmitteln ausschlaggebend ist (2). Es ist deshalb kein Problem, bei den Hauptmahlzeiten etwas Süßes zu essen. Es sollte nur nicht zu häufig über den Tag verteilt zu zuckerhaltigen Lebensmitteln gegriffen werden.

Zahnstein und Verfärbungen

Bestehen Plaque und Zahnbeläge zu lange auf der Zahnoberfläche und verhärten sich, spricht man von Zahnstein. Zahnstein ist also nichts weniger, als „eingemauerte“ Plaque, die zu Verfärbungen und Halitosis (Mundgeruch) führen kann. Er bildet sich vor allem auf der Rückseite der unteren Schneidezähne; ist aber auch unter dem Zahnfleischrand und um die Brackets herum zu finden.

Bei Patienten, die Tabak rauchen oder viel Kaffee und Tee zu sich nehmen, kann sich der Zahnstein selbst verfärben oder unabhängige Verfärbungen auf und hinter den Zähnen können sich etablieren.

Während weiche Plaque sehr leicht mit der Zahnbürste und mit Zahnseide oder Interdentalbürsten entfernt werden kann, ist es bei Zahnstein schwierig diesen mit gängigen Mitteln zu Hause zu beseitigen. In diesem Fall wird sehr stark zu einer professionellen Zahnreinigung geraten.

Zahnfleischentzündung

Bei der Zahnfleischentzündung unterscheidet man zwischen der reversiblen Variante (Gingivitis) und der irreversiblen Version (Parodontits). Eine Zahnfleischentzündung äußert sich in den folgenden Veränderungen des Zahnfleisches:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Blutung
  • Rückgang von Zahnfleisch und Kieferknochen

Beim Tragen einer festen Zahnspange ist nicht nur das Putzen der Zähne selbst erschwert. Auch die Reinigung des Zahnfleisches stellt durch die aufgeklebten Brackets und einligierten Bögen häufig eine Herausforderung dar. Aus diesem Grund müssen Patienten und das gesamte kieferorthopädische Team vermehrt darauf achten, dass sich weder eine Gingivitis noch eine schwerwiegende Parodontitis etabliert.

Ist dies der Fall, kann es notwendig sein, die kieferothopädische Apparatur temporär abzunehmen und zunächst die Zahnfleischentzündung zu behandeln. Dieser Schritt kann die Behandlungsdauer unnötig lange verzögern und ist deshalb besonders ärgerlich. Durch adäquate Mundhygiene und gründliche Individualprophylaxe kann das Risiko des Auftretens von Zahnfleischentzündungen minimiert und eine Verlängerung der Behandlungsdauer vermieden werden.

Schmerzempfindlichkeit

Während einer kieferorthopädischen Behandlung ist es leider oft normal, dass Zähne, vor allem kurz nach dem Einsetzen der Zahnspange, schmerzempfindlich sind. Weiche Kost und die gelegentliche Einnahme von Schmerztabletten (bei besonders schmerzempfindlichen Patienten) können die Empfindlichkeiten reduzieren. Doch auch eine Zahnfleischentzündung kann schmerzempfindliche Zähne hervorrufen. Wenn durch eine Parodontitis Zahnfleisch und Knochen abgebaut werden, liegen Zahnhälse frei, die auf Kälte, Wärme und süße Nahrungsmittel mit starken Schmerzsensationen reagieren können.

Aber auch durch eine feste Zahnspange in Kombination mit unzureichender Mundhygiene kann sich das Zahnfleisch zurückziehen und freie Zahnhälse hinterlassen.

In diesen Fällen ist es möglich, die offen liegenden Zahnhälse mit einem speziellen Versiegelungslack versiegeln zu lassen und den Zahnnerven so vor schmerzhaften Reizen zu schützen. Eine optimale Mundhygiene hingegen eliminiert die Ursache und beugt der Entstehung von Schmerzempfindlichkeiten vor.

Halitosis (Mundgeruch)

Halitosis kann nicht nur den Patienten selbst einschränken- auch die Personen im näheren Umfeld leiden mit. Besonders Patienten mit einer festsitzenden kieferothopädischen Apparatur sind betroffen, da Essensreste zwischen den kleinen Bestandteilen der Zahnspange hängen bleiben, von Bakterien besiedelt werden und somit unangenehme Gerüche verursachen können.

Zusätzlich können sich Bakterien an herausnehmbaren Apparaturen (wie Aligner-Schienen oder lockere Zahnspangen) festsetzen. Deswegen ist es ratsam, diese vor der Nahrungsaufnahme aus dem Mund zu entfernen und die Zähne vor dem erneuten Einsetzen zu putzen. Auch kann zusätzlich eine Mundspüllösung verwendet werden, um die Keimzahl in der Mundhöhle zu reduzieren und Mundgeruch zu verhindern.  

Kieferorthopädische Prophylaxe

Auch in der kieferorthopädischen Praxis kann ausführliche Prophylaxe betrieben werden. Neben der schon erwähnten professionellen Zahnreinigung gibt es noch weitere Tools, die hilfreich sind, white-spot-Läsionen zu vermeiden und Karies vorzubeugen:

  • regelmäßige Kontrolltermine:  So hat der Kieferorthopäde oftmalig Gelegenheit, die Mundhygiene des Kindes zu überwachen und auf Putzdefizite aufmerksam zu machen. Auch ist das kieferorthopädische Personal darauf geschult, das Zähneputzen mit dem Patienten intensiv zu üben und Tricks für eine einfache Durchführung, auch mit Zahnspange, aufzuzeigen.
  • Hand in Hand mit dem Hauszahnarzt kann auch in der kieferorthopädischen Praxis auf Ernährungsprobleme hingewiesen werden und gegebenenfalls ein Ernährungsplan erstellt werden.
  • Bracketumfeldversiegelung: Hierbei wird ein fluoridhaltiger Lack auf die Zähne aufgepinselt, nachdem die Brackets befestigt worden sind. Dieser Lack schützt die Zähne vor Demineralisierung und beugt somit der Kariesentstehung vor.
  • Säubern von herausnehmbaren, kieferorthopädischen Apparaturen im Ultraschallbad: Dabei werden harte und weiche Beläge vollständig entfernt und Bakterien somit eliminiert
  • Integrierung des Kindes in den Reinigungsprozess der herausnehmbaren Zahnspange vollständig integriert werden, damit es die Zahnspange auch Zuhause sauber hält und ein Verantwortungsbewusstsein für die eigene Mundhygiene entwickeln kann.
  • spezieller Zahnschutz für den Sport: um ausgeschlagenen oder abgebrochenen Zähne entgegenzuwirken. Die kieferorthopädische Praxis ist darauf spezialisiert, auch solche Arten von Prophylaxe durchzuführen und Sie bezüglich des Sportes, auch während des Tragens einer festsitzenden Apparatur, ausführlich zu beraten. 

Im Großen und Ganzen gibt es viele Möglichkeiten, wie Sie sich und Ihr Kind vor Zahn- und Parodontalkrankheiten schützen können. Dabei sind professionelle Zahnreinigung und kieferorthopädische Prophylaxe die wichtigsten Methoden, um oberflächlichen und tiefen Zahnstein und Plaque zu entfernen und Karies- sowie Parodontalerkrankungen vorzubeugen. Informieren Sie sich bei Ihrer zahnärztlichen und kieferorthopädischen Praxis, welche Art von Individualprophylaxe in Ihrer speziellen Situation notwendig ist und scheuen Sie sich auch nicht im Alter, einen ersten Vorsorgetermin zu vereinbaren.


Quelle

(1)          https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17460833/
               https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15803897/
               https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16534043/

(2)          https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19945075/

Dass sich Zähne ein Leben lang verschieben, ist leider nicht nur ein Mythos. Umso ärgerlicher ist es, wenn man nach einer langwierigen und kostspieligen Behandlung bemerkt, dass sich die Zähne wieder in ihre Ursprungssituation zurückbewegen. Aus diesem Grund ist es ratsam, nach einer kieferorthopädischen Behandlung eine gewisse Stabilisierungszeit mit einzukalkulieren. Die Stabilisierung, oder auch „Retention“ genannt (englisch: (to) retain= festhalten, stabilisieren), kann mithilfe verschiedener Techniken erfolgen. Eine der effektivsten davon ist die Stabilisierung mit Hilfe eines festsitzenden Retainers. Doch was genau ist dieser kleine Klebedraht hinter den Zähnen und auf was für Kosten müssen Sie sich einstellen?

Das wichtigste in Kürze:  

  • Um die Rückstellung der Zähne in die ursprüngliche Position (Rezidiv) zu vermeiden, wird empfohlen, das erreichte Behandlungsergebnis zu stabilisieren.
  • Ein Retainer ist ein dünner Metalldraht, der aus Stabilisierungsgründen hinter den Zähnen angebracht wird.
  • Der größte Vorteil des Retainers ist, dass er unsichtbar und fest auf den Zähnen aufgeklebt wird und seine Funktion 24 Stunden am Tag entfaltet.
  • Die Kosten für einen Retainer sind privat zu tragen und liegen bei ca. 300 Euro pro Kiefer.

Arten von Retentionsgeräten

Zur Stabilisierung eines kieferorthopädischen Ergebnisses gibt es verschiedene gängige Möglichkeiten. Man unterscheidet generell zwischen:

  • herausnehmbaren Retentionsgeräte (Retentionsschienen und Retentionsplatten)
  • festsitzender Retainer

Herausnehmbare Apparaturen bzw. Retentionsgeräte

Herausnehmbare Apparturen bzw. Retentionsgeräte sind Geräte, die die Patienten selbstständig in den Mund eingliedern sowie herausnehmen können. Sie entfalten ihre Wirkung entsprechend der Verweildauer im Mund und werden vom Patienten hauptsächlich nachts während des Schlafens getragen.

Da sie sichtbar sind und oft auch das Essen und Sprechen beeinträchtigen, eignet sich diese Art von Stabilisierung nur geringfügig für das Tragen tagsüber. Auch ist die Compliance (Motivation, Mitwirkung) der Patienten nach einer langwierigen Behandlungszeit oft gering und das Risiko des „Nichttragens“ dementsprechend groß. Aus diesen Gründen wird die Retention mittels eines festsitzenden, unsichtbaren Retainers sehr viel stärker toleriert und lässt sich einfach und kaum merkbar in den Alltag integrieren.

Wenn Sie sich noch mehr über herausnehmbare Apparaturen zur Retention informieren möchten, schauen Sie gerne in unserem Artikel „Herausnehmbare Retentionsgeräte“ vorbei.

Der festsitzende Retainer

Der festsitzende Retainer (bzw. Kleberetainer) ist ein dünner, gezogener oder geflochtener Draht aus einer Edelstahl- oder Goldlegierung, der mit Hilfe der adhäsiven Klebetechnik hinter die Frontzähne des Ober- und/oder Unterkiefers befestigt wird (meist von Eckzahn zu Eckzahn). In manchen, seltenen Fällen ist es notwendig, noch zwei weitere kleine Backenzähne mit in das Kleben einzubeziehen.

Vorteile des Retainers

  • Innenliegend und unsichtbar
  • Stabilisierende Wirkung 24 Stunden täglich
  • Erfordert keine Mitarbeit des Patienten
  • Kann weder verloren noch vergessen werden

Aus diesen Gründen ist der Retainer eine komfortable und sichere Methode, die Zähne auch langfristig in ihrer gewünschten Position zu halten und um eine unerwünschte Zahnwanderung bzw. Zahnbewegung zu verhindern.

Warum die Stabilisierung wichtig ist

Durch eine kieferorthopädische Behandlung werden Zähne aus ihrer ursprünglichen Position in eine optimierte Position bewegt. Dabei wird Knochen auf der einen Seite abgebaut, zu der der Zahn hinbewegt werden soll, während Knochen auf der ursprünglichen Seite angebaut wird. Durch diese Bewegungsprozesse werden Knochenlamellen gelockert und Bindegewebsfasern gedehnt.

Somit stehen die Zähne während und unmittelbar nach der aktiven Behandlungszeit geringfügig gelockerter im Knochen als sie ursprünglich standen. Aus diesem Grund bewegen sie sich, ohne Stabilisierung, einfacher in ihre ursprüngliche Stellung zurück (Rezidiv).

Aus diesen Gründen ist es sinnvoll, nach einer aktiven kieferorthopädischen Behandlung, eine Form der Stabilisierung (Retention) des Behandlungsergebnisses durchzuführen.

Darauf sollte besonders geachtet werden

Besonders bei genetisch bedingten Fehlstellungen der Zähne und der Kieferbasen, ist das Risiko eines Rezidivs sehr hoch. Jedoch auch bei erworbenen Zahnfehlstellungen, bei frontalen Engständen, Lücken oder Rotationen von Frontzähnen kann häufig ein Rezidiv auftreten. Zur „kritischsten Phase“ zählen dabei die ersten zwei Jahre nach Abschluss der Behandlung. Jedoch kann auch darüber hinaus nicht garantiert werden, dass sich die Zähne nicht wieder verschieben werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Zähne ohne eine Form der Stabilisierung wieder verschieben, liegt innerhalb von 10 Jahren bei ganzen 90%. Aus diesem Grund wird allgemein empfohlen, die Phase der Retention so lange wie möglich zu halten, am besten ein Leben lang (Dauerretention).

Behandlungsverfahren des Retainers

Der Retainer wird entweder direkt im Mund des Patienten angefertigt und geklebt (chair-side) oder aber im Labor durch eine Zahntechnikerin hergestellt, was jedoch eine vorherige Abdrucknahme mit einer plastischen Abformmasse und die Herstellung eines Gipsmodells erfordert.

Bei beiden Verfahren wird der dünne Draht an die individuelle Zahnform angepasst und passiv und spannungslos an die Innenseite der Zähne geklebt. Dafür werden die Zahninnenflächen mit einer niedrigprozentigen Säure vorbehandelt, die den Schmelz aufnahmefähig für den speziellen Dentalkleber macht und somit die Verbindung zwischen Zahn und Retainer auf nichtinvasive Weise ermöglicht. Wie viele Zähne und Kiefer mit einem Retainer ausgestattet werden, ist abhängig von der individuellen Situation und Zahnfehlstellung.

Unterschiede zwischen Lingual- und Palatinalretainer

Vor allem bei einem tiefen Biss (Oberkiefer Frontzähne bedecken einen Großteil der Unterkiefer-Frontzähne) muss häufig auf die Anbringung eines Oberkiefer-Retainers (Palatinalretainer) verzichtet werden, da sich die Patienten mit den unteren Frontzähnen auf den Retainer beißen und diesen somit lockern können. In diesem Falle muss für den Oberkiefer auf häufig auf herausnehmbare Retentionsgeräte (z. B. Retentionsschienen) zurückgegriffen werden.

Im Unterkiefer bzw. im Unterkieferbereich kann in der Regel problemlos ein so genannter Lingualretainer angebracht werden und eine zusätzliche Retention ist nicht immer zwingend notwendig.

Kontrolle des Retainers bei Ihrem Kieferorthopäden

In vielen Praxen finden Kontrolltermine nach Beendigung der kieferorthopädischen Behandlung einmal jährlich statt. Einige kieferorthopädische Praxen bieten jedoch engmaschigere Kontrollen in Abständen von drei bis sechs Monaten an.

Dabei begutachtet der Kieferorthopäde die Klebestellen des Retainers sowie die Qualität des Retainerdrahtes, und auch, ob das Behandlungsergebnis seit Behandlungsende stabil geblieben ist.

Kosten und Gewährleistung

Die Kosten für einen Retainer müssen in den meisten Fällen privat getragen werden und liegen bei ca. 300 Euro pro Kiefer. Ob es dabei eine Gewährleistung gibt und wie lange diese gilt, ist von Praxis zu Praxis individuell geregelt. Auch ist es abhängig von den Konditionen der jeweiligen Praxis, ob Reparaturen des Retainers gewährleistet werden oder ob der Patient selbstständig für Reparaturen aufkommen muss.

Übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten?

Leider nein. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen lediglich die Kosten für herausnehmbare Retentionsplatten. Auch sämtliche Reparaturkosten für die Retentionsplatte, die während einer Zeitspanne von zwei Jahren anfallen, werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel übernommen.

Nur in sehr seltenen Fällen, wie bei extremen Engständen der Unterkiefer-Frontzähne, werden die Kosten für einen festsitzenden Retainer von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet, jedoch ist auch dies abhängig von der individuellen Situation.

Wird die Stabilisierungsphase frühzeitig von Patientenseite aus abgebrochen, dürfen keinerlei Ansprüche an die Krankenkassen gestellt werden; die Behandlung gilt somit als beendet. Deswegen ist von frühzeitiger Beendigung der Retentionsphase dringend abzuraten.

Übernehmen die privaten Kranken- und Zahnzusatzversicherungen die Kosten?

Bei den privaten Krankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen ist es tarifabhängig, ob die Retainerbehandlung vollständig, teilweise, oder gar nicht übernommen wird, wobei die meisten Policen die Kosten fast vollständig abdecken. Es wird daher empfohlen, sich vor Behandlungsbeginn bei der jeweiligen Versicherung zu informieren, welche Formen der Retention übernommen werden und welche nicht.


FAQ zum Thema Retainer

Wie lange dauert eine festsitzende Retainerbehandlung?

Die Stabilisierung mittels eines festsitzenden Retainers sollte im besten Falle ein Leben lang stattfinden. Besonders in den ersten zwei Jahren nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung ist der Kieferknochen noch gelockert, Sehnen und Bänder gedehnt und der gesamte dentoalveoläre Apparat noch instabil.

Aus diesem Grund ist es ratsam, vor allem in dieser kritischen Phase eine adäquate Stabilisierungsphase zu gewährleisten, damit sich Zähne und Kieferknochen festigen können und sich nicht in die ursprüngliche Position zurückbewegen. Da ein Rezidiv (Rückstellung in die ursprüngliche Position) nicht vorhergesehen und ausgeschlossen werden kann, empfiehlt es sich, sich auf eine Dauerretention einzustellen, damit das erreichte Behandlungsergebnis auch langfristig gehalten werden kann.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Grundsätzlich ist die Stabilisierung mittels eines festsitzenden Retainers eine Privatleistung. Abhängig von den Konditionen der kieferothopädischen Praxis kommen auf die Patientin Kosten von ca. 300 Euro pro Kiefer zu. Ob es möglich ist, einen Retainer in beiden Kiefern anbringen zu lassen, ist abhängig von der individuellen Bisslage des Patienten.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel nur herausnehmbare Retentionsplatten. Lediglich in speziellen Ausnahmefällen (starke Engstände der Unterkiefer-Frontzähne) werden die Kosten für einen festsitzenden  Retainer von den Krankenkassen erstattet.

Bei privaten Krankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen ist es tarifabhängig, ob die Kosten für einen festsitzenden Retainer ganz, teilweise oder gar nicht übernommen werden. Aus diesem Grund lohnt es sich, in den Versicherungsbedingungen nachzulesen und sich vorab über die Kostenübernahme des eigenen Tarifs zu informieren.

Nach einer langwierigen und kostspieligen kieferorthopädischen Behandlung wäre es sehr ärgerlich, wenn sich das Behandlungsergebnis wieder in Richtung der ursprünglichen Situation verschieben würde.

Damit Ihr gerades Lächeln nicht irgendwann wieder verschwindet, ist es unerlässlich, eine Art der Stabilisierung nach der aktiven Behandlung anzuschließen. Das kann u.a. mit einer Retentionsschienen und -platten gewährleistet werden. In welcher Form dies möglich ist und wie viele Kosten auf Sie zukommen, erfahren Sie hier:  

Das wichtigste in Kürze:

  • Eine Retentionsschiene ist eine Plastikhülle aus Acrylkunststoff, die sämtliche Zahnkronen eines Kiefers vollständig umschließt.
  • Mit einer Retentionsschiene lässt sich das Behandlungsergebnis nach einer kieferorthopädischen Behandlung stabilisieren.
  • Die Tragedauer bzw. Tragezeit variiert zwischen nur nachts und 24 Stunden täglich.
  • Die Retentionsschiene wird als alleinige Stabilisierungsmethode oder zusätzlich zum festsitzenden Retainer verwendet.
  • Die Kosten für die Retentionsschienen sind privat zu tragen und liegen bei ca. 150 Euro pro Kiefer.

Herausnehmbare Retentionsgeräte

Im Gegensatz zum festsitzenden Retainer, lassen sich herausnehmbare Retentionsgeräte vom Patienten selbstständig in den Mund eingliedern und wieder entfernen.

Bei den herausnehmbaren Retentionsgeräten unterscheidet man zwischen:

  • Retentionsplatten
  • Retentionsschienen

Die Retentionsplatte

Die Retentionsplatte gehört zu den Plattenapparaturen und gilt als gängige Methode zur Stabilisierung des Behandlungsergebnisses. Sie ähnelt optisch stark einer losen Zahnspange. Die Retentionsplatte besteht aus einer Basis aus Kunststoff und wird durch kleine Klammerarme aus Draht an den Zähnen befestigt. Zusätzlich verhindert ein sog. Labialbogen eine Bewegung der Frontzähne nach vorne.

Die Retentionsplatte übt weder Kraft noch Druck auf die Zähne aus und besitzt mit ihren passiven Komponenten lediglich eine Haltefunktion.

Die Retentionsplatte wird hauptsächlich nachts getragen; sollte jedoch, vor allem kurz nach Beendigung der kieferorthopädischen Behandlung, auch einige Stunden tagsüber eingesetzt werden, um das Behandlungsergebnis so stabil wie möglich zu halten und somit eine Zahnbewegung zu vermeiden.

Kostenübernahme der Retentionsplatte

Sie wird von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig übernommen und ist somit bei Kindern eine der häufigsten Formen der Retention (englisch: (to) retain= festhalten, stabilisieren). Auch sämtliche Reparaturkosten werden in den ersten zwei Jahren von den Krankenkassen getragen.

Nachteile der Retentionsplatte

Da sie relativ groß und unhandlich ist, ist die Motivation der Patienten nach einer langwierigen Behandlung oft nur noch gering. So landet die Retentionsplatte häufig immer öfter in der Nachttischschublade und die Zähne verschieben sich erneut.

Somit ist es empfehlenswert, eine zusätzliche, festsitzende Stabilisierung mit Hilfe eines Retainers durchzuführen, bzw. auf ein weniger massives, herausnehmbares Gerät, wie z. B. auf eine Retentionsschiene, zurückzugreifen.

Die Retentionsschiene

Die Retentionsschiene ist, neben der Retentionsplatte, ein herausnehmbares, kieferorthopädisches Gerät zur Stabilisierung eines erfolgreichen Behandlungsergebnisses. Sie kann anstelle, oder auch in Kombination mit einem festsitzenden Retainer verwendet werden und verhindert, dass sich die Zähne zurück in die ursprüngliche, suboptimale Position verschieben. Demnach wird ebenso wie bei der Retentionsplatte die Zahnbewegung verhindert.

Herstellung der Retentionsschiene

Wenn die Behandlung abgeschlossen und die feste Zahnspange oder der Aligner aus dem Patientenmund entfernt wurde, wird ein Alginatabdruck angefertigt, der anschließend mit Gips ausgegossen wird. So erhält der Zahntechniker die exakte Situation der Zahnreihen als Gipsmodell. Anschließend wird auf dem Gipsmodell, im Tiefzieh- oder Druckformverfahren, eine Plastikhülle aus einem transparenten Acrylkunststoff hergestellt, die alle Zahnkronen vollständig umschließt. Somit werden die Zähne des Patienten mit dieser Kunststoffschiene in der gewünschten Situation halten kann.

Vorteile der Retentionsschiene gegenüber der Retentionsplatte

  • nahezu unsichtbares Design
  • hoher Tragekomfort durch glatte Oberfläche
  • keine störenden Klammern oder Drähte
  • einfache Handhabung

Retentionsschiene vs. Retentionsplatte

RetentionsschieneRetentionsplatte
ähnelt Anti-Knirscher-Schienen bzw. Tiefziehschienenähnelt losen Zahnspange (optisch auffällig)
besteht aus Acrylkunststoff, der die Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer vollständig umfasstbesteht aus einer Kunststoffbasis, Klammerarmen und einem Labialbogen
keine Drahtelemente 🡪 hoher Tragefomfortwird und spannungsfrei in den Patientenmund eingesetzt
hygienisch und gut zu reinigenKostenübernahme erfolgt durch die gesetzlichen Krankenkassen (auch Reparaturen in den ersten zwei Jahren nach Behandlungsende)
durchsichtig
führt bei Bruximus (Knirschen und Pressen mit den Zähnen) zum Schutz der Zahnhartsubstanz und zur Entspannung des Kiefergelenks

Hintergründe und Behandlungsdauer der Retentionsschiene

Durch eine aktive kieferorthopädische Behandlung wird der gesamte Zahnhalteapparat gelockert. Dies bedeutet, dass Knochen umgebaut, Bänder und Sehnen gedehnt und Muskelfasern verschieden stark beansprucht werden. Nach diesen zahlreichen Umbauprozessen ist es zwingend notwendig, eine Phase der Retention anzuschließen, da sich die Zähne ansonsten in die ursprüngliche Position zurückbewegen können (Rezidiv).

Vor allem bei genetisch bedingten Zahn- und Kieferfehlstellungen ist die Rezidivrate besonders hoch; jedoch wird bei sämtlichen Zahnfehlstellung eine Form der Retention angeraten. In den ersten zwei Jahren nach Behandlungsabschluss ist das stomatognathe System besonders rezidivanfällig.

Doch auch in den Folgejahren kann eine Rückstellung in die ursprüngliche Zahnposition nicht ausgeschlossen werden. Daher wird von vielen Kieferorthopäden eine lebenslange Dauerretention stark angeraten.

Retainer und Retentionsschiene im Vergleich

Vor- und Nachteile des festsitzenden Retainers im Vergleich zur Retentionsschiene

 Feststitzender Retainer  Herausnehmbare Retentionsschiene
Vorteile+ wirkt 24 Std. täglich, da festsitzend
+ innenliegend bzw. an Zahninnenseite befestigt und somit unsichtbar
+ komfortabel
+ erfordert keine Mitarbeit des Patienten
+ kann nicht verloren gehen  
+ kann alleine oder in Kombi mit einem festsitzenden Retainer verwendet werden
+ gut bei sehr tiefen Bissen im Oberkiefer geeignet
+ günstiger als festsitzender Retainer
+ gut bei Patienten mit Bruxismus (Knirschen/Pressen mit den Zähnen 🡪 Schützt Zahnhartsubstanz vor zu hohen Kaukfräften  
Nachteilenicht bei Tiefbissen im Oberkiefer geeignet!
teurer als Retentionsplatte
kein Schutz gegen Bruxismus (Knirschen/Pressen mit den Zähnen)  
herausnehmbar
sichtbar
– erfordert Disziplin des Patienten
Wirkung entsprechend der Verweildauer im Mund

Kontrolle der Retentionsschiene

Viele Praxen kontrollieren die Retentionsschiene sowie den Retainer circa einmal jährlich. Jedoch gibt es auch Kieferorthopäden, die ein engmaschigeres Kontrollintervall von drei bis sechs Monaten anbieten. Bei den Kontrollterminen werden die Retentionsschienen auf den optimalen Sitz auf den Zahnreihen überprüft und ob sich die Zähne noch in der gewünschten Position befinden.

Kosten für die Retentionsschiene und Garantie

Die Kosten für eine Retentionsschiene sind privat zu tragen und betragen pro Kiefer circa 150 Euro. Ob eine Gewährleistung von Seiten des Kieferorthopäden vorhanden ist oder nicht, ist individuell von jeder Praxis abhängig. Gesetzlich liegt keine Gewährleistungspflicht vor. Manche kieferorthopädischen Praxen übernehmen in den ersten ein bis zwei Jahren trotzdem Reparaturen bzw. eine Neuherstellung bei Schäden oder Verlust der Retentionsschiene. Informieren Sie sich hierfür im Vorfeld bei ihrem Kieferorthopäden.

Zahlen die gesetzlichen Krankenkassen?

Leider nein. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen lediglich die Kosten für Retentionsplatten. Die Kosten für eine Retentionsschiene werden nicht getragen.

Zahlen die privaten Kranken- und Zahnzusatzversicherungen?

Ob die privaten Krankenversicherungen für die Kosten einer Retentionsschiene aufkommen ist, wie beim festsitzenden Retainer, tarifabhängig. Auch bei den Zahnzusatzversicherungen ist es tarifabhängig geregelt, ob eine Kostenübernahme erfolgt oder nicht. Deshalb ist es von Vorteil, in den Policen nachzulesen und sich vorab über die Kostenübernahme der Retentionsgeräte zu informieren


FAQ zum Thema Retentionsschiene

Was ist der Unterschied zwischen einem festsitzenden Reatiner und einer Retentionsschiene?

Die Retentionsschiene zählt, zusammen mit den Retentionsplatten, zu den herausnehmbaren Apparaturen zur Stabilisierung eines kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses. Sie ist, ähnlich wie eine Anti-Knirscher-Schiene, aus einem transparenten Acrylkunststoff und umschließt die Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer von allen Seiten vollständig.

Der Retainer hingegen ist ein festsitzender Klebedraht, der hinter den Zahnreihen von Ober- und/oder Unterkiefer angebracht wird. Er kann nicht vom Patienten selbst eingesetzt oder herausgenommen werden.
Beide Methoden eignen sich alleinig, oder in Kombination miteinander, zur Stabilisierung des kieferorthopädischen Behandlungsergebnisses und verhindern, dass sich Zähne in ihre ursprüngliche, suboptimale Position zurück verschieben (Rezidiv).

Vor allem bei Patienten mit einem tiefen Biss, ist es oft nicht möglich, das Behandlungsergebnis im Oberkiefer mit einem festsitzenden Retainer zu stabilisieren. Aus diesem Grund wird daher von vielen Kieferorthopäden oft auf die Retentionsschiene als eine alleinige, herausnehmbare und dennoch komfortable Lösung zurückgegriffen.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Kosten für eine Retentionsschiene sind, wie beim festsitzenden Retainer, privat zu tragen und liegen bei circa 150 Euro pro Kiefer. Ob und wie lange es eine Garantie auf die Retentionsschiene gibt, ist ebenfalls individuell von Praxis zu Praxis geregelt.
Gesetzlich besteht jedoch keine Garantieverpflichtung für kieferorthopädische Praxen; weder für eine Retentionsschiene noch für einen Retainer.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen keine Kosten für eine Retentionsschiene; lediglich Retentionsplatten werden durch die Kassen abgedeckt.

Ob die privaten Krankenversicherungen sowie Zahnzusatzversicherungen die Kosten für Retentionsschienen übernehmen oder einen Anteil bezuschussen, ist tarifabhängig und kann in den Policen nachgelesen werden.

Ob herausnehmbare oder festsitzende Apparaturen – dass die Zahnspange nicht immer angenehm ist, ist bekannt. Somit verfliegt leider bei vielen Teenagern häufig schon in den ersten Tagen die anfängliche Freude über die Zahnspange. Bei manchen Patienten dauern die Beschwerden länger an, in manchen Fällen sind sie nach wenigen Tagen verschwunden. Doch woher stammen diese Zahnspangenschmerzen und lassen sie sich vermeiden? Mehr dazu finden sie hier:

Das wichtigste in Kürze:  

  • Es gibt verschiedene Arten von Schmerzen, welche sowohl bei losen als auch festen Zahnspangen auftreten können.
  • Zur Behandlung von Beschwerden bzw. Schmerzen gibt es verschiedene Möglichkeiten welche dem Patienten zur Verfügung stehen – Vom einfachen kühlen über die Einnahme von Schmerzmittel bis hin zum Besuch bei Ihrem Kieferorthopäden.
  • Professionelle Zahnreinungen können zur Vorbeugung von Schmerzen wie bspw. Zahnfleischentzündungen eingesetzt werden.

Reagiert jeder Patient auf Zahnspangenschmerzen gleich?

Abhängig von früherer (positiver oder negativer) Erfahrung, Alter, Geschlecht und Zustand der Zähne reagiert jeder Patient ganz individuell auf kieferorthopädische Eingriffe und deren mögliche Schmerzen.

Ist ein Kind beispielsweise schon seit dem ersten Milchzahn unter zahnärztlicher Kontrolle und verbindet damit keine stark negativen Erfahrungen, toleriert es den ein oder anderen unangenehmen Eingriff oft deutlich besser und geht mit auftretenden Schmerzen entspannter um.

Verbindet das Kind mit seinem ersten Zahnarztbesuchen jedoch starke Schmerzen, da z. B. schon im Milchgebiss viel gebohrt oder Milchzähne (z. B. aufgrund von Karies) entfernt werden mussten, ist die Erwartungshaltung auch dem Kieferorthopäden gegenüber eher skeptisch und auch schon auf kleinere, kieferorthopädische Eingriffe wird oft mit Angst und Abwehr reagiert. In diesem Fall können schon minimal unangenehme Empfindungen zu vermeintlich stark empfundenen Schmerzen führen.

Zahnspangenschmerzen bei herausnehmbarer Zahnspange

Bei einer kieferorthopädischen Behandlung mit einer herausnehmbaren Zahnspange können Metalldrähte und Klammern fest angezogen werden und erhöhten Druck auf die Zähne ausüben. Dieser Druck nimmt meist in den ersten Stunden nach Aktivierung der Klammern schon deutlich ab, da sich die Zähne und der Zahnhalteapparat schnell an die neue Situation im Mund gewöhnen.

Auch können die Klammern oder andere abstehende Anteile der Zahnspange (wie z. B. der Kunststoff) ins Zahnfleisch oder in die Wange pieksen. In diesem Fall können diese Anteile der losen Zahnspange vorübergehend mit Dentalwachs abgedeckt und der Kieferorthopäde erneut aufgesucht werden, um die Klammern in eine, für den Patienten angenehmere Position, umzubiegen.

Müssen bei einer herausnehmbaren Apparatur beispielsweise Schrauben selbstständig zuhause gedreht werden, kann dies kurzzeitig den Druck auf den Kieferknochen und den Gaumen erhöhen, um diese Bereiche zu dehnen. Dies kann zwar kurzzeitig zu Spannungsgefühlen führen, vergeht meist jedoch schon nach ein paar Stunden. Ermutigen Sie ihr Kind, diese kurzzeitigen Spannungsgefühle durchzuhalten.

Ist der Dehnungsschmerz jedoch nicht auszuhalten, drehen Sie die Schraube wieder zurück in die Ausgangsposition und suchen Sie Ihren Kieferorthopäden zur Beratung auf.

Zahnspangenschmerzen bei festsitzender Zahnspange

Gründe für schmerzende Zähne

Das eigentliche Einsetzen der festen Zahnspange ist meist für den Patienten mit keinerlei Schmerzen oder Unannehmlichkeiten verbunden. Verlässt der Patient danach die kieferorthopädische Praxis, wird er jedoch bald bemerken, dass die Zähne in den ersten Tagen empfindlicher sind und das Essen von fester Nahrung, auch bei normalem Kaudruck, unangenehm ist.

Die Zähne, die sehr gedreht stehen, sind dabei am empfindlichsten. Dies ist deshalb der Fall, da der Drahtbogen, der an den Brackets befestigt wird, die Zähne in eine parabelförmige oder halbelliptische Bogenform bewegt. Weicht der betroffene Zahn stark von dieser Bogenform ab, lastet der meiste Druck auf ihm und er muss am weitesten ausgelenkt werden.

Der Parodontalspalt (Spalt zwischen Zahnwurzel und Kieferknochen) wird so umgebaut, dass der Zahn in seine neue Position bewegt werden kann. Schmerzfördernde Botenstoffe werden ausgeschüttet, der Blutfluss im entsprechenden Knochenbett wird verändert und eine ungewohnte Belastung der Zähne etabliert sich.

Es wird daher empfohlen, in den ersten Tagen eher weiche Kost zu sich zu nehmen (z. B. Suppen, Kartoffelpürree, Joghurt usw.) und bei stärkeren Zahnspangenschmerzen zu einer Schmerztablette zu greifen. Auch bei den nachfolgenden Kontrollterminen, an denen der Drahtbogen gewechselt wird, können Spannungen und Steigerung der Schmerzempfindlichkeit auftreten, die in der Regel in den ersten Tagen schon rückläufig sind.

Gründe für Schmerzen des Weichgewebes 

Doch nicht nur die Zähne selbst können schmerzen. Auch die Mundschleimhaut kann anfänglich in Mitleidenschaft gezogen werden. Brackets können durch ihre scharfen Kanten und der Bogendraht durch seine gespannte Formsowieseine abstehenden, pieksenden Bogenenden die Schleimhäute reizen und zu kleineren Verletzungen und Wundstellen führen. Hierfür ist es sinnvoll, das vom Kieferorthopäden empfohlene Dentalwachs zu verwenden und die Schleimhäute somit vor schmerzhaften Einflüssen zu schützen.

Die Mundschleimhaut gewöhnt sich in den meisten Fällen schon nach kurzer Zeit an die Bestandteile der Zahnspange, sodass das Anbringen von Dentalwachs oft nur in der anfänglichen Zeit der Behandlung notwendig ist.

Ein weiterer Schmerzfaktor kann das Zahnfleisch sein. Vor allem bei einem Mangel an Mundhygiene kann sich Zahnbelag am Zahnfleischrand sammeln und von Bakterien besiedelt werden. Wird dieser Zahnbelag nicht entfernt, kann dies zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) führen, die durch Zahnschmerzen sowie blutendes, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch gekennzeichnet ist. Auch ist das Risiko einer Kariesentstehung durch erhöhten Bakterienbefallerhöht. Durch eine adäquate Mundhygiene, kann das Risiko einer Zahnfleischentzündung reduziert und die Entstehung von Karies minimiert werden. Diese beinhaltet das regelmäßige und gründliche Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta, das Verwenden von Zahnseide (und/oder anderen Hilfsmitteln zur Reinigung von Zahnzwischenräumen, wie z. B. Zahnzwischenraumbürstchen, Superfloss…), einer Mundspüllösung sowie die Inanspruchnahme von einer regelmäßigen, professionellen Zahnreinigung inklusivehochprozentiger Fluoridierung.

Was kann noch Schmerzen bereiten?

Ein abstehendes oder zu langes Bogenende kann pieksen, ein Bogendraht brechen, ein Bracket sich lösen– da die feste Zahnspange aus vielen Einzelteilen besteht, kann Zuhause der ein oder andere, kleinere kieferorthopädische „Notfall“ entstehen. Die meisten, kleinen Fauxpas lassen sich ganz leicht selbst lösen, für andere muss der behandelnde Kieferorthopäde aufgesucht werden.

Selbstständige Behandlung von Zahnspangenschmerzen

Hier finden sie eine kleine Zusammenstellung von kieferorthopädischen Hausmittelchen, die oft schon ausreichen, um die kleinen Unannehmlichkeiten bzw. Schmerzen der Zahnspange zu beseitigen:

Schmerzauslöser bzw. UrsacheMaßnahme
Draht piekst/ Bracket reizt die Mundschleimhaut  – Zahnspangenwachs anbringen  
Zähne sind empfindlich beim Einsetzen der Zahnspange bzw. nach dem Bogenwechsel– Weiche Kost zu sich nehmen
– ggf. Schmerztabeltte einnehmen.
– Wange mit Kühlpads oder kalten Handtüchern kühlen
– Eiswürfel lutschen  
Zahnfleisch ist entzündet– Mundspüllösung verwenden
– Mit Kamille/Salbei spülen
– Beläge entfernen (Zahnreinigung)  

Was tun, wenn das Zahnfleisch bereits entzündet ist?

Hat sich das Zahnfleisch entzündet, haben sich vermehrt Beläge am Zahnfleischsaum gebildet, die über eine längere Zeit nicht entfernt wurden. Wird dies vom Patienten selbst realisiert, sollte eine gründliche Mundhygiene etabliert und die weichen Zahnbeläge vollständig entfernt werden.

Eine 0,1% – 0,2%ige Chlorhexidindigluconat-Lösung (CHX-Lösung) kann aufgrund ihrer antibakteriellen Wirkung die Bakterienanzahlim Mundraum zusätzlich verringern und zu einer wirksamen Prävention von Plaque beitragen. Dieses Präparat lässt sich rezeptfrei in jeder Apotheke erwerben.

Des Weiteren ist ein regelmäßiges Spülen des Mundes mit Kamille oder Salbei hilfreich, kleineren Entzündungen entgegenzuwirken.

Was tun, wenn die Zahnfleischbeschwerden nicht abklingen?

Haben Sie das Gefühl, dass die Zahnfleischentzündung nicht abklingt, das Zahnfleisch schmerzt und das Zahnfleischbluten sogar stärker wird? Informieren Sie ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden! Dieser kann mit Ihnen die Ursachen auffinden und Ihnen zu einer besseren Mundgesundheit verhelfen. Häufig ist eine professionelle Zahnreinigung mit Reinigung der Zahnfleischtaschen angezeigt, um auch versteckte, tief liegende Bakterien zu entfernen. Auch kann er Ihnen zusätzlich eine höherprozentige, rezeptpflichtige CHX-Lösung oder andere Medikamente verschreiben, die dazu beitragen, Ihre Zahnfleischentzündung zu kurieren.

Welche Schmerzmedikamente dürfen verwendet werden?

Welche Schmerzmedikamente bei welcher Problematik genau verwendet werden sollten, ist mit dem behandelnden Zahnarzt oder Kieferorthopäden abzusprechen. Im Allgemeinen gilt der Grundsatz, dass Schmerzmedikamente lediglich bei starken Schmerzen eingenommen werden sollten, wenn keine anderen Maßnahmen zur Linderung des Schmerzes mehr helfen. Es sollte hierbei auf die frei zugänglichen, nicht rezeptpflichtigen Schmerzmittel zurückgegriffen werden.

Auch ist es unabdingbar, Ihren Kieferorthopäden über Ihre Allgemeinerkrankungen und über die (Dauer)Einnahme von weiteren Medikamenten (Co-Medikation) zu informieren, denn diese können eine absolute Kontraindikation für die Einnahme mancher Schmerzmedikamente sein!

Ein wichtiger Hinweis hierbei ist, dass einige Studien von einer Hemmung des Kieferknochenumbaus berichten, wenn Ibuprofen zeitgleich mit einer kieferorthopädischen Behandlung eingenommen wird.(1) Die Behandlungsdauer würde sich in solch einem Fall verlängern. Es ist jedoch anzumerken, dass diese Einschränkungen lediglich bei einer Dauereinnahme von Ibuprofen stattfinden.

Ist Ihnen dennoch das Risiko zu groß, ist die Einnahme von Paracetamol ebenfalls sinnvoll. Auch ist die lokale Anwendung von Mundgelen (wie z. B. Dynexan) möglich, die einen geringen Prozentsatz an Lokalanästhetika enthalten. Die Mundschleimhaut kann somit lokal betäubt und starke Schmerzen gelindert werden. 

Was tun, wenn die Schmerzen nicht vergehen?

Halten die starken Schmerzen der Zahnspange, auch unter Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten länger als 3 bis 5 Tage an, bzw. nehmen sie zu, suchen Sie bitte Ihren Kieferorthopäden auf.

Folgende Punkte könnten zur schmerzenden Zahnspange geführt haben, die in der Praxis einfach behoben werden können:

  • Klammern/ Bögen der (lockeren und/oder festen) Zahnspange sind zu fest und/ oder pieksen in die Mundschleimhaut à Lockern der Klammern, Anpassen der Zahnspange (z. B. durch Ausschleifen), ggf. erneutes Einsetzen der Zahnspange bei größeren Problemen
  • Draht piekst und ist zu lang bzw. reicht über den letzten Backenzahn hinaus oder ist gebrochen -> Kürzen bzw. anpassen des Drahtes, einsetzen eines neuen Drahtbogens

Zahnfleischprobleme- und schmerzen aufgrund Allgemeinerkrankungen/mangelnder Mundhygiene à Erneute Anamnese bzw. Überweisung zum Allgemeinarzt, professionelle Zahnreinigung


FAQ zum Thema schmerzende Zahnspange

Was sind die Hauptursachen für Zahnspangenschmerzen?

Dass Zahnspangen schmerzen können, ist jedem Kind bewusst. Egal ob bei einer herausnehmbaren oder festen Apparatur, Schmerzen können bei einer kieferorthopädischen Behandlung leider ab und an entstehen.

So fällt vielen Patienten, die eine lockere Zahnspange eingesetzt bekommen haben, häufig erst Zuhause auf, dass Drähte in die Mundschleimhaut oder das Zahnfleisch pieksen, oder Klammern zu fest angezogen wurden. Der erneute Besuch beim Kieferorthopäden ist hier unausweichlich, denn pieksende Klammern können zu schmerzhaften Wundstellen und zu Aphten führen.

Bei einer festen Zahnspange schmerzen, vor allem in den ersten Tagen nach dem Einsetzen, die Zähne selbst, da mehr Druck auf sie ausgeübt wird als im Normalfall und sie entlang des Bogendrahtes ausgelenkt werden. Weiche Kost, ausreichende Kühlung oder die gelegentliche Einnahme einer Schmerztablette kann oft schnell Linderung der Zahnschmerzen verschaffen. Auch können Bögen in die Mundschleimhaut pieksen oder brechen, Brackets in die Wange scheuern oder sich andere Teile der Zahnspange, wie z. B. Bänder, lockern.

Durch einfache Maßnahmen können Sie ihre Schmerzen auch Zuhause und in Abwesenheit Ihres Kieferorthopäden (temporär) selbst beheben (siehe Artikel: Notfall feste Zahnspange). Das Anbringen von Dentalwachs beispielsweise kann die Schmerzen durch scharfkantige Brackets oder pieksende Drähte temporär lindern. Ist das Zahnfleisch entzündet und schmerzt, kann eine adäquate Mundhygiene mit zusätzlicher Verwendung einer Mundspüllösung das Problem beheben. Schmerzt und blutet das Zahnfleisch weiterhin oder werden die Beschwerden sogar größer, ist es sinnvoll, Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden aufzusuchen und die Ursache zu beseitigen.

Welche Schmerzmedikamente dürfen während der Behandlung eingenommen werden?

Die Einnahme von Schmerzmedikamenten sollte nur dann erfolgen, wenn keine anderen Maßnahmen zur Linderung des Schmerzes beitragen können. Rezeptfreie Medikamente wie Paracetamol und Ibuprofen werden von den zahnärztlichen Gesellschaften gegen Schmerzen im Zahn- Mund- und Kieferbereich empfohlen.

Ein wichtiger Hinweis zur Einnahme von Ibuprofen während einer laufenden, kieferorthopädischen Behandlungen ist, dass Ibuprofen (lediglich bei einer Dauereinnahme!!), die Umbauvorgänge des Kieferknochens negativ beeinflussen kann *. Dies könnte ggf. zu einer längeren Behandlungsdauer führen. Wird Ibuprofen jedoch nicht als Dauermedikation eingenommen, führt das in der Regel zu einem normalen Knochenstoffwechsel und keiner Notwendigkeit zur Verlängerung der Behandlungsdauer.

Des Weiteren ist die Anwendung eines lokalanästhetisch wirkenden Mundgels empfehlenswert (wie z. B. Dynexan), das lokal Schmerzen der Mundschleimhaut ausschalten kann. Fragen Sie in jedem Fall Ihren Zahnarzt oder Kieferorthopäden, welches Schmerzmittel in Ihrem speziellen Fall angewendet werden sollte, denn auch Allgemeinerkrankungen und bestimmte Co-Medikationen können eine Kontraindikation für die Einnahme bestimmter Schmerzmedikamente sein.  

Sind Zahnspangenschmerzen nach einem Kontrolltermin normal?

In vielen Fällen leider ja. Werden lockere Zahnspangen adjustiert, werden häufig Klammern aktiviert oder Schrauben gedreht, um bewusst mehr Druck auf die Zähne, den Kieferknochen oder das Gaumendach zu erhalten. Dies kann bei empfindlichen Personen zu Druck- und Spannungsgefühlen oder leichten Schmerzen führen.

Bei Kontrollterminen einer festen Zahnspange, wird häufig der alte Drahtbogen durch einen härteren, neuen Drahtbogen ersetzt. Dieser übt stärkere Kräfte auf die Zähne und den Zahnhalteapparat aus und kann in den ersten Tagen nach dem Bogenwechsel zu erhöhter Schmerzempfindlichkeit der Zähne führen. Weiche Nahrung und Kühlung schaffen hier oft Linderung. Eine Einnahme von Schmerzmedikamenten, wie z. B. Paracetamol oder Ibuprofen, kann bei schlimmen Schmerzen ebenfalls angezeigt sein.  


Quelle:

(1) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=Aspirin%2C+acetaminophen%2C+and+ibuprofen%3A+their+effects+on+orthodontic+tooth+movement

Das Thema „festsitzende Zahnspange“ ist spätestens im Teenager-Alter in „aller Munde“. Spätestens wenn die Schulkammeraden eine glitzernde Zahnspange tragen, möchten die meisten Kinder und Jugendlichen dazugehören und hoffen, dass sie auch zum Kieferorthopäden gehen dürfen. Oft wissen die Eltern jedoch nicht, wann der beste Zeitpunkt ist, den Kieferorthopäden aufzusuchen und sind sich unsicher, ob man im Milchgebiss schon eine Behandlung beginnen sollte.

Wann der richtige Zeitpunkt für eine Erstvorstellung und einen Behandlungsbeginn ist, was für Behandlungsmöglichkeiten bei Kindern und Jugendlichen zu empfehlen sind und welche Kosten die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, können Sie dem folgenden Artikel entnehmen:

Das wichtigste in Kürze:

  • Bei einigen Zahn- und Kieferfehlstellungen ist es sinnvoll, eine Behandlung schon im Milchgebiss bzw. frühen Wechselgebiss zu beginnen (Frühbehandlung).
  • Bei einem frühen Behandlungsbeginn können Platzreserven (Leeway-Space) ausgenutzt und das Kieferwachstum positiv beeinflusst werden.
  • Der richtige Zeitpunkt des Behandlungsbeginns kann die Ausbildung von schweren Zahn- und Kieferfehlstellungen vorbeugen.
  • Bei Kindern unter 18 Jahren übernehmen in vielen Fällen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung, wenn eine entsprechende Einstufung in die kieferorthopädische Indikationsgruppe 3-5 gewährleistet ist (KIG-Einstufung).

Ab welchem Alter ist eine Zahnspange sinnvoll?

Oft sind es die Eltern, denen Zahnfehlstellungen im kindlichen Gebiss als erstes auffallen. Häufig bemerkt das auch der Hauszahnarzt bei der jährlichen Routineuntersuchung.

Die Devise lautet: Es gibt keinen „zu frühen“ Zeitpunkt für einen Kontrolltermin beim Kieferorthopäden. Denn kleine Fehlstellungen können schon mit einfachen Mitteln und sogar teilweise ganz ohne Zahnspange behoben werden. Und je früher Zahn- und Kieferanomalien erkannt werden, desto einfacher und unkomplizierter lassen sich diese therapieren.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Ihr Kind in einem Alter von fünf bis neun Jahren erstmalig beim Kieferorthopäden vorzustellen.

Die folgende Liste zeigt Zahnfehlstellungen, bei denen ein früher Behandlungsbeginn sinnvoll ist:

  • frontal offener Biss (Zähne von Ober- und Unterkiefer berühren sich nicht, z. B. bei Gewohnheiten wie Daumenlutschen)
  • traumatischer Tiefbiss (Patient beißt sich mit den unteren Schneidezähnen in den Gaumen)
  • große Frontzahnstufe (großer Überbiss): die oberen Frontzähne stehen sehr weit vorne (Gefahr eines Frontzahntraumas)
  • umgekehrte Frontzahnstufe (umgekehrter Überbiss): die unteren Frontzähne stehen vor den oberen Frontzähnen
  • frontaler oder seitlicher Kreuzbiss (Zähne des Oberkiefers greifen an den  Zähnen des Unterkiefers vorbei)
  • verfrühter Verlust von Milchzähnen durch z. B. Karies (bleibenden Zähne brechen an der „falschen Stelle“ durch, bspw. im Gaumen)
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und andere Syndrome
  • Zahnfehlstellungen aufgrund von Allgemeinerkrankungen

Die Frühbehandlung

Trifft einer der Punkte auf Ihr Kind zu, ist eine Frühbehandlung, häufig mittels herausnehmbarer Zahnspange, sinnvoll. Wichtig dabei ist, dass das Kind bereits die ersten großen, bleibenden Backenzähne besitzt und die Milch-Frontzähne von Ober- und Unterkiefer ausgefallen sind oder zumindest wackeln (erste Wechselgebiss-Phase). Dies ist ungefähr ab dem sechsten Lebensjahr der Fall. Eine noch frühere, aktive Behandlung ist häufig nicht empfehlenswert, da herausnehmbare kieferorthopädische Apparaturen an den kurzen Kronen von Milchzähnen nur schwer befestigt werden können und immer wieder aus dem Mund herausfallenkönnten. Generell lässt sich sagen, dass eine Frühbehandlung dann Sinn macht, wenn eine Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt Komplikationen mit sich bringen oder eine Nichtbehandlung das Wachstum von Ober- und/oder Unterkiefer hemmen könnte. 

Dauer der Frühbehandlung

Die Frühbehandlung ist auf sechs Quartale limitiert und dient dazu, die größten Zahnfehlstellungen zu beseitigen und die Hauptprobleme zu beheben. In den meisten Fällen schließt sich eine Hauptbehandlung mit festsitzender Zahnspange an.

Warum Kieferorthopädie im Kindesalter sinnvoll ist

  • Bei Kindern befindet sich der Knochen von Ober- und Unterkiefer noch im Wachstum. So lässt sich gezielt Wachstum fördern oder überschießendes Wachstum hemmen.
  • Milchzähne sind größer und voluminöser als bleibende Zähne. Im Wechselgebiss lassen sich deswegen diese natürlich vorkommenden Platzreserven (Leeway-Space) nutzen, um z. B. Engstände aufzulösen.
  • Kieferfehlstellungen können sich im Alter verstärken. Durch rechtzeitige kieferorthopädische Behandlung, lassen sich komplizierte Verläufe vermeiden.
  • Unbehandelte Fehlbisse können auch schon bei Kindern zu Kiefergelenkproblemen führen. Durch eine Vermessung und durch vorzeitige Therapie lassen sich Kiefergelenkprobleme vorbeugen.

Vorbeugung von Zahnfehlstellungen bei Kindern

Manche ausgeprägte Fehlstellungen lassen sich nicht vermeiden. Andere jedoch sehr wohl. Die sogenannten „Habits“ sind schädliche Angewohnheiten, die sich, frühzeitig erkannt, gut abstellen lassen. Zu den häufigsten Habits zählen:

  • Daumenlutschen
  • Nuckeln an der Flasche oder dem Schnuller über das dritte Lebensjahr hinaus
  • Wangensaugen
  •  Lippeneinalgerung und Lippenbeißen
  • Viszerales Schluckmuster (Zunge wird beim Schlucken zwischen die oberen Vorderzähne geschoben)
  • Mundatmung

Eine Therapie der Habits kann schon nach nur kurzer Zeit zu

  • deutlicherem Sprechen und weniger Lispeln
  • Verbesserung des Abbeißens und Kauens
  • Schonung der Kiefergelenke
  • Verbesserung der Atmung
  • Vorbeugung gegen Wirbelsäulen-Probleme

und vielen weiteren positiven Effekten führen.

Oft können diese Angewohnheiten schon durch einfache kieferorthopädische Behandlung behoben werden und somit eine größere Fehlstellung und Spätschäden umgangen werden. Das Aufsuchen eines Logopäden kann bei manchen Habits zusätzlich hilfreich sein.

Übersicht der Zahnspangen für Kinder

Insgesamt lässt sich zwischen den folgenden kieferorthopädischen Geräten und Zahnspangen für Kinder unterscheiden:

  • Herausnehmbare, lose Zahnspangen
    • Passive, funktionskieferorthopädische Geräte (FKO-Geräte)
    • Aktive Geräte
  • Herausnehmbare, lose Aligner-Schienen
  • Festsitzende Zahnspangen (mit unterschiedlichen Brackets und Bögen)
    • Brackets
      • konventionelle Brackets (Keramik, Metall)
      • selbstligierende Brackets (Keramik, Metall)
      • innenliegende Brackets/Lingualtechnik (Metall)
    • Bögen
      • Thermoelastische Bögen
      • Stahlbögen
      • Beschichtete Bögen

Herausnehmabre Zahspangen für Kinder

Funktionskieferorthopädische Geräte (FKO-Geräte)

  • FKO-Gerätehaben keine aktiven Elemente und liegen rein lose und passiv im Patientenmund.
  • Sie nutzen die natürlich vorkommenden Kräfte der Gesichts- und Kaumuskulatur aus, die beim Sprechen und beim Schluckakt entstehen.
  • FKO-Geräte hemmen oder fördern das Wachstum des Knochens von Ober- und/oder Unterkiefer, bis die Kiefer in einer optimalen Position zueinander passen.
  • FKO-Geräte sollten ca. 20-22 Stunden pro Tag getragen werden.
  • Zu den FKO-Geräten zählen Aktivator, Bionator, Funktionsregler, Vorschubdoppelplatte und viele andere Geräte.

Aktive Geräte

  • Aktive Gerätebesitzen aktive Elemente (wie z. B. Federn und Schrauben), die es ermöglichen, den Kieferknochen zu dehnen und sogar ganze Zahngruppen zu bewegen.
  • Nur die sichtbaren Anteile des Zahnes (Zahnkronen) werden bewegt (keine Bewegung der Zahnwurzeln!).
  • Aktive Geräte eignen sich besonders, um Engstände zu beseitigen und Platz zu schaffen (für z. B. noch nicht durchgebrochene Zähne).

Aligner Schienen

  • Herausnehmbare Aligner sind Kunststoffschienen, die zur unauffälligen Zahnkorrektur verwendet werden.
  • In jeder Schiene ist eine Zahnbewegung eingearbeitet, die den Zahn in die Endposition bewegt.
  • Die Tragedauer der Aligner beträgt 20-22 Stunden täglich.
  • Eigenständiges Wechseln der Schienen zuhause.
  • Für jedes Alter und für nahezu alle Zahnfehlstellungen geeignet.

Feste Zahnspange für Kinder (Brackets & Bögen)

  • Ist die in der Kieferorthopädie am häufigsten angewandte Methode
  • Entfaltet ihre Wirkung permanent und 24 Stunden täglich, da sie nicht herausgenommen werden kann
  • Präzise und kontrollierte Zahnbewegungen der Krone und Wurzel

Arten von Brackets

konventionellen Brackets

  • Bogen wird an Bracket durch Hilfselemente angebracht (wie z. B. durch Gummiringe/Elastics, Drahtligaturen).
  • sinnvoll, wenn die bleibenden Zähne bereits durchgebrochen sind (Ausnahme: Teil-Multiband im Wechselgebiss).
  • Korrektur von nahezu jeder Zahn- und Kieferfehlstellung möglich.
  • konventionelle Metallbrackets: Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen vorhanden.

selbstligierenden Brackets

  • Drahtbogen wird durch einen Klappenmechanismus an das Bracket befestigt.
  • Einfaches und schnelles Wechseln der Bögen möglich.
  • schnellere, schonende Behandlung durch geringere Reibung zwischen Drahtbogen und Bracket.
  • für jedes Alter geeignet.
  • Korrekturvon nahezu jeder Zahn- und Kieferfehlstellung möglich.

innenliegenden Brackets /Lingualtechnik

  • Bracktes werden individuell gefertigt und auf der Innenseite der Zähne angebracht.
  • sind unsichtbar und ästhetisch ansprechend.
  • Reizung der Zunge sowie Lispeln möglich.
  • Korrekturvon nahezu jeder Zahn- und Kieferfehlstellung möglich.

Arten von Bögen

thermoelastischen Bögen aus einer Nickel-Titan-Legierung 

  • Geringe Kraftübertragung über einen großen Zeitraum.
  • Sehr effektiv durch geringe Friktion zwischen Bogen und Bracket.
  • Aktivierung durch die Wärme im Mundraum.
  • Zahnschonend.
  • Vor allem in der Anfangsphase der Behandlung geeignet.

Edelstahlbögen

  • Für größere Kraftapplikationen.
  • Für den Mittel/Endabschnitt der Behandlung indiziert.
  • Einbringen von Biegungen für präzise Kronen- und Wurzelbewegungen möglich.

zahnfarbenen Bögen

  • Mit weißem Kunststoff beschichtete Nickel-Titanbögen.
  • Für die Anfangsphase der Behandlung.
  • Ästhetisch ansprechend.

Kosten der Zahnspange für Kinder

Wie hoch die Kosten für die Zahnspange bei Kindern und Jugendlichen sind und ob diese von der Krankenkasse übernommen werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab und muss für den individuellen Fall geklärt werden. Die beiden wichtigsten Punkte sind dabei, ob Ihr Kind privat oder gesetzlich krankenversichert ist und wie stark die Zahn- oder Kieferfehlstellung ausgeprägt ist.

Zahlen die gesetzlichen Krankenkassen?

Bei Kindern und Jugendlichen wird bis zum Ende des 17ten Lebensjahres eine KIGEinstufung (Kieferorthopädische Indikations-Gruppe) durchgeführt. Dabei wird die Zahn- und Kieferfehlstellung genau ausgemessen und einem bestimmten Schweregrad zugeordnet.

Fällt Ihr Kind in die Stufe 3-5, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Zahnspange für das Kind. Dabei werden von der gesetzlichen Krankenkasse jeweils nur die Kosten einer Basisbehandlung gezahlt. Beispielsweise werden bei der festen Zahnspange lediglich konventionelle Metallbrackets übernommen. Werden komfortablere und ästhetischere Methoden von Patientenseite aus gewünscht (wie z. B. Keramikbrackets), muss der Patient den Aufpreis dafür selbst bezahlen. Die Kosten für die verschiedenen zusätzlichen Leistungen (sogenannte AVLs – Außervertragliche Leistungen) können sich je nach Auswahl auf 500 Euro bis 1.350 Euro belaufen.

Die Kassen tragen vorerst nur 80% der Behandlungskosten; die restlichen 20% werden nach erfolgreichem Behandlungsabschluss rückerstattet.

KIG-Einstufung

Wie bereits erwähnt, hängt es von der KIGEinstufung ab, ob die kieferorthopädische Behandlung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, oder nicht. Dabei wird der Schweregrad der Zahn- und Kieferfehlstellung bestimmt.

KIG- Einstufung Bsp. Diagnose (Liste unvollständig)Notwendigkeit der Behandlung
1 leichte FehlstellungÜberbiss bis 3 mm tiefer Biss 1-3 mmnicht notwendig, rein ästhetisch  
2mittlere FehlstellungÜberbiss 3-6 mm Deckbiss bis 3 mm   teilweise medizinisch notwendig
3 deutliche FehlstellungDeckbiss bis 3 mm + Schleimhautverletzungnotwendig
4 ausgeprägte, starke Fehlstellung  Überbiss 6-9 mm einseitiger Kreuzbissdringend notwendig  
5 sehr starke FehlstellungVerlagerung von Zähnenunumgänglich  

Was passiert, wenn mein Kind in die KIG 1-2 eigeordnet wird?

Wird Ihr Kind in Stufe 1-2 der KIG-Einstufung eingeordnet, sehen die gesetzlichen Krankenkassen keine Kassenleistungen vor. Eine Behandlung muss in diesem Falle von den Eltern privat bezahlt werden. Je nach Behandlungsverfahren und individueller Zahn- und Kieferfehlstellung können dabei Kosten zwischen 3.500 Euro und 5.000 Euro anfallen.

Ist die Zahn- und/oder Kieferfehlstellung so ausgeprägt, dass das Kind in KIG 3-5 eingestuft wird, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die kieferorthopädische Behandlung und die Zahnspange für Ihr Kind.


FAQ zum Thema Zahnspangen für Kinder

Wann ist eine Zahnspange notwendig bei Kindern?

Wenn die Fehlstellungen die Funktionsfähigkeit und die Mundgesundheit gefährden (Fehlbelastungen einzelner Zähne, Probleme des Zahnhalteapparats, des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur).

Wenn die Fehlstellungen das Wachstum der Kieferknochen von Ober- und/oder Unterkiefer behindern

✅ Zahlen die privaten Krankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen eine Zahnspange bei Kinder und Jugendliche?

Ob Ihrem Kind eine Kostenübernahme der privaten Krankenversicherungen zusteht, muss im Einzelfall geprüft werden; in der Regel jedoch schon.

Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich, wenn diese kieferorthopädische Leistungen abdeckt. Informieren Sie sich hierfür im Vorfeld darüber. Es ist sinnvoll, die Zahnzusatzversicherung vor dem ersten kieferorthopädischen Besuch abzuschließen, noch bevor eine Fehlstellung diagnostiziert wird.

✅ Wie lange dauert eine Behandlung mit einer Zahnspange bei Kindern?

Wie lange eine Behandlung dauert, ist abhängig von der Komplexität des Falls, der Behandlungsmethode und der Mitarbeit des Patienten. Während einfache Zahnfehlstellungen schon in wenigen Monaten behoben werden können, kann die Behandlung von schweren Anomalien, die beispielsweise mit einem Außengestell (Headgear) therapiert werden, bis hin zu mehreren Jahren andauern.

Fragen Sie hierfür Ihren Kieferorthopäden und stimmen Sie mit Ihrem Kind ab, ob es auch für eine langandauernde Behandlung bereit ist. Denn seine Mitarbeit ist gefragt, vor allem, wenn mit herausnehmbaren Geräten und nicht mit festsitzenden Apparaturen gearbeitet wird.

Fällt der Entschluss für eine Behandlung mit einer festen Zahnspange, ist es für einige Patienten nicht unbedingt wünschenswert, dass man diese auch auf den ersten Blick erkennt. Deshalb hat sich ein System der festen Zahnspange mit zahnfarbenen, ästhetisch ansprechenden Keramikbrackets zur Zahnkorrektur auf dem Mark etabliert, mit dem nahezu alle Zahnfehlstellungen diskret und unauffällig behandelt werden können. Doch ist diese Variante mit der konventionellen Metall-Zahnspange überhaupt vergleichbar?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die feste Zahnspange mit Keramikbrackets kann bei fast allen Bisslagen und Zahnfehlstellungen angewendet werden.
  • Der Hauptunterschied von Keramikbrackets und Metallbrackets besteht in ihrer weißen Farbe und ihrer hohen Härte und Sprödigkeit.
  • Der Vorteil von Keramikbrackets liegt darin, dass sie zahnfarben und somit weniger sichtbar sind als Metallbrackets.
  • Da Keramik härter ist als Zahnschmelz, wird es für die Behandlung von sehr tiefen Bissen nicht empfohlen.

Aufbau der Keramik-Zahnspange

Die Brackets sind die kleinen rechteckigen Bestandteile der festsitzenden Zahnspange, die außen (Bukkalbrackets) oder innen (Lingualbrackets) auf die Zahnflächen geklebt werden. Sie können aus Metall (Metallbrackets) oder Keramik (Keramikbrackets) bestehen und dienen zur Befestigung des Drahtbogens an den Zähnen. Dies erfolgt entweder mit Hilfe von Gummi- oder Drahtligaturen (konventionelle Brackets) oder durch einfaches Öffnen und Schließen einer kleinen Klappe (selbstligierende Brackets). Zusammen ergeben diese Anteile die festsitzende Zahnspange.

Vorteile und Nachteile von Keramikbrackets auf einen Blick

Vorteilenachteile
Für fast jede Zahnfehlstellung und jede Altersklasse geeignet  Nicht geeignet bei sehr tiefen Bissen
Ästhetik, Hygiene und Transparenz der Brackets  Dauer bei Entfernung der Zahnspange  
Steigerung der Ästhetik durch beschichtete, weiße Drähte möglich  Häufiger kleine Schäden an den Brackets durch Härte und Sprödigkeit der Keramik  
Kariesprophylaxe durch glatte Oberfläche und einfache Reinigung  Höherer Preis als bei Metallbrackets  

Vorteile im Detail

Keramische Brackets eignen sich, ebenso wie Metallbrackets, zur Behandlung von fast allen einfachen, mittelschweren und schweren Zahn- und Kieferfehlstellungen. Sie bestehen aus zahnfarbener Keramik und sind somit ästhetisch ansprechend, hygienisch und unauffällig. Besonders bei Jugendlichen und Erwachsenen sind sie deshalb so beliebt.

Auch ist es möglich, anstatt von Metalldrähten, superelastische, weiße Drähte mit einer Beschichtung aus Kunststoff anzubringen, die die Unsichtbarkeit der Keramik-Zahnspange noch weiter erhöht.

Doch nicht nur ästhetisch bringen Keramikbrackets Vorteile mit sich. Auch sind sie durch ihre abgerundeten Kanten und ihre extrem glatte Oberfläche für Bakterien nur schwer zu besiedeln und minimieren somit drastisch das Kariesrisiko und das Risiko für Zahnverfärbungen.

Nachteile im Detail

Da Keramik härter als Zahnschmelz ist, sollte, besonders im Unterkiefer, auf das Anbringen von Keramikbrackets verzichtet werden. In diesem Falle könnten Patienten sich mit den oberen Frontzähnen auf die unteren Keramikbracktes beißen und Teile des Zahnschmelzes der oberen Schneidezähne könnten möglicherweise frakturieren und beschädigt werden.

Ein weiterer Nachteil ist, dass, aufgrund der hohen Härte der Keramik Teile des Brackets abplatzen könnten. Da der Kauakt unwillkürlich stattfindet, kann der Patient sich versehentlich „verbeißen“ und Teile der Keramik könnten abspringen. Auch beim Bogenwechsel ist es aufgrund der Härte der Keramik denkbar, dass Teile des Brackets versehentlich beschädigt werden könnten.

Des Weiteren muss beachtet werden, dass Keramikbrackets einen adhäsiven, stabileren Verbund mit dem Schmelz eingehen als Metallbrackets. Aus diesem Grund ist das Entfernen der Keramikbrackets oft aufwendiger und dauert oft etwas länger. Als weiteres Manko der Keramikbrackets kann auch der Preis angesehen werden, der im Gegensatz zu Metallbrackets etwas höher ist und nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Möchten Sie sich genauer über andere Arten von Brackets informieren? Dann schauen Sie gerne in dem Artikel Metallbrackets und/oder Lingualspange auf unserer Homepage vorbei.

Mythos über die Verfärbung von Keramikbrackets

Eine der häufigsten Fragen, die Kieferorthopäden von ihren Patienten gestellt bekommen ist, ob sich Keramikbrackets verfärben können. Die Antwort sorgt bei den Patienten oft für strahlende Gesichter: Nein, können sie nicht!

Jedoch dürfen die Keramikbrackets nicht mit den zahnfarbenen Brackets aus Kunststoff verwechselt werden, die sich nach einer gewissen Zeit sehr wohl verfärben können. Diese werden in der heutigen Zeit jedoch nur noch selten verwendet. Dennoch ist es ratsam, sich bei Ihrem Kieferorthopäden vor Behandlungsbeginn ausführlich über das Material der verwendeten Brackets zu informieren.

Außerdem ist es wichtig, auf die Auswahl des Bracket-Systems zu achten: Bei konventionellen Keramikbrackets, muss der Bogen mit Hilfe von Drahtligaturen oder transparenten Gummiringen an den Zahn befestigt werden. Diese Gummis können sich beim Verzehr von bestimmten Lebensmitteln verfärben (wie z. B. Curry, rote Beete…).

Bei den modernen, selbstligierenden Keramikbrackets kann auf die Anbringung von Hilfs-Apparaturen, wie Gummis, verzichtet werden und es besteht keine Gefahr der Verfärbung.

Jedoch ist bei einigen Fehlstellungen (wie z. B. bei großen Lücken) das Anbringen von Gummiketten notwendig (diese Gummiketten verbinden mehrere Zähne miteinander), die sich beim Essen mancher Lebensmittel ebenfalls verfärben können.

Es ist jedoch sehr unkompliziert und dauert nicht lange, sich Gummiringe und/oder Gummiketten austauschen zu lassen, auch vor dem nächsten, regulären Termin

Allgemeine Infos über die Behandlung

Keramikbrackets können analog zu konventionellen Metallbrackets eingesetzt werden (genauer Ablauf des Einsetzens: siehe Artikel Metallbrackets).

Die Behandlungsdauer mit Keramikbrackets ist mit der Behandlungsdauer von Metallbrackets vergleichbar. Je nach individueller Zahn- und/oder Kieferfehlstellung kann sie von ein paar Monaten bis hin zu mehreren Jahren betragen.

Auch sind die Kontrolltermine ähnlich oft angesetzt wie bei der festen Zahnspange mit Metallbrackets und finden in der Regel alle vier bis acht Wochen statt. Bei den Kontrollterminen werden, je nach Bedarf, Bögen gewechselt, Biegungen in die Drähte eingebracht, Brackets umgeklebt oder weitere Maßnahmen für ein perfektes Behandlungsergebnis durchgeführt.

Keramikbrackets vs Metallbrackets

MetallbracketsKeramikbrackets
MetallbracketsKeramikbrackets 
silberfarben 🡪 ästhetisch auffälligZahnfarben 🡪 ästhetisch unauffällig
Geringe Härte und Sprödigkeit 🡪 geringe Bruchrate Hohe Härte und Sprödigkeit 🡪 höhere Bruchrate
Weicher als Zahnschmelz 🡪 gut für Tiefbisse geeignet Härter als Zahnschmelz 🡪 nicht für Tiefbisse geeignet (Frakturgefahr der Zähne)
Kürzere Dauer bei Entfernung der ZahnspangeLängere Dauer bei Entfernung der Zahnspange durch adhäsiven, starken Verbund mit Zahnoberfläche
günstiger als Keramikbracketsteurer als Metallbrackets

Pflegehinweise

Die Pflege der festen Zahnspange mit Keramikbrackets ist nicht komplizierter als mit konventionellen Metallbrackets (siehe Artikel: Metallbrackets). Wie bereits oben erwähnt, sollten bei Keramikbrackets in Kombination mit transparenten Gummiligaturen oder Gummiketten manche Nahrungsmittel gemieden oder reduziert werden, um ein Verfärben dieser Gummis zu vermeiden.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Farbige Gewürze wie z. B. Curry, Safran und Kurkuma
  • Rotwein, Kaffeem Tee
  • Spinat
  • rote Beete
  • bunte Säfte

Auch sollte das Trinken und Essen von stark zuckerhaltigen (z. B. Cola), klebrigen (z. B. Karamellbobons) oder sehr harten Nahrungsmitteln (z. B.  Nüsse), in Maßen gehalten werden, um das Kariesrisiko zu senken und Drähte und Brackets nicht zu beschädigen.

Eine elektrische Zahnbürste kann, wie auch bei Metallbrackets, problemlos angewendet werden. Um den Reinigungsprozess noch effizienter zu gestalten, gibt es auch besondere Aufsätze für die elektrische Zahnbürste, die in jeder Drogerie erhältlich sind.

Als Alternative zur Handzahnbürste gibt es Ortho-Bürsten, die speziell für das Reinigen von Brackets geeignet sind und sich geschmeidiger und einfacher als eine Handzahnbürste zwischen Zahn und Bogen führen lassen.

Kosten der Keramikbrackets

Die Kosten für eine feste Zahnspange mit Keramikbrackets sind stark abhängig vom Behandlungsumfang (Grad der Zahnfehlstellung, der Anzahl der zu behandelnden Kiefer und Zähne, der Schwere der Bissanomalie), den Material- und Laborkosten sowie vom Honorar des Kieferorthopäden und liegen zwischen 2.500 Euro und 4.800 Euro.

Auch ist es davon abhängig, ob Brackets während der Behandlung ausgetauscht werden müssen und in welchen Abständen Kontrolltermine notwendig sind. Einige Praxen bieten vor Behandlungsbeginn einen Festpreis an, der alle Behandlungsschritte, bis hin zur Stabilisierung des Behandlungsergebnisses inkludiert (siehe Artikel Retainer und Retentionsschiene). In diesem Falle kommen keine Mehrkosten auf Sie zu, auch wenn Beschädigungen an den Keramikbrackets oder unerwartete Komplikationen entstehen.

Auch bieten manche kieferorthopädische Praxen mittlerweile eine Möglichkeit der zinsfreien Finanzierung an. Informieren Sie sich hierfür vor Behandlungsbeginn bei Ihrem Kieferorthopäden, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und ob ein Festpreis und/oder eine Möglichkeit zur Finanzierung angeboten wird.

Übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten?

Bei Kindern unter 18 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die kieferorthopädische Behandlung mit Keramikbrackets leider nicht, da diese, laut Krankenkassen, nur einen ästhetischen Mehrwert liefern und keine medizinische Notwendigkeit dazu besteht.

Zieht der Patient unter 18 Jahren dennoch eine Behandlung mittels Keramikbrackets vor, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen lediglich den Zuschuss für die Standardbehandlung (konvetionelle Metallbrackets) und der Aufpreis für die Keramikbrackets muss selber getragen werden.

Bei Patienten über 18 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen keine kieferorthopädischen Behandlungen, außer die Kiefer- und Zahnfehlstellungsanomalie ist so groß, dass eine Indikation für eine Operation besteht. Ist dies der Fall, bezahlt die gesetzliche Krankenkasse wieder nur den Regelsatz (konventionelle Metallbrackets) und der Patient muss die zusätzlichen Kosten für die Keramikbrackets privat tragen.

Übernehmen die privaten Krankenversicherungen die Kosten?

Es ist tarifabhängig, ob Keramikbrackets  von den privaten Krankenversicherungen übernommen werden, oder nicht; in den meisten Fällen jedoch schon. Prinzipiell ist es ratsam, den Kostenvoranschlag vor Behandlungsbeginn bei den privaten Krankenversicherungen einzureichen und sich den Behandlungsplan vorab genehmigen zu lassen. Sind Sie sich unsicher, lesen Sie in den Policen nach und informieren Sie sich genau darüber, was übernommen wird und was nicht.

Bezuschussen die Zahnzusatzversicherungen die Behandlung?

Auch hier ist es tarifabhängig, ob eine kieferorthopädische Behandlung mit Keramikbrackets bezuschusst wird, oder nicht. Bitte informieren Sie sich vorher darüber und lesen Sie im Kleingedruckten nach, denn oft lohnt es sich.


FAQ zum Thema Keramikbrackets

Verfärben sich Keramikbrackets?

Diese häufig gestellte Frage kann mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Die Keramikbrackets selbst verfärben sich nicht; lediglich zusätzliche, transparente Befestigungsmechanismen, wie z. B. Gummiligaturen können sich verfärben. Ob diese notwendig sind, ist abhängig vom Bracket-System und von der Zahnfehlstellung.

Bei den modernen, selbstligierenden Keramikbrackets (Bogen kann durch einen einfachen Klappenmechanismus am Bracket befestigt werden), werden keine Gummiligaturen benötigt. Bei konventionellen Keramikbrackets werden jedoch Gummiligaturen verwendet, die sich durch den Verzehr von stark färbenden Speisen (z. B. Curry, Kurkuma, Safran, Spinat, rote Beete…) verfärben können.

Auch werden bei manchen Zahnfehlstellungen (z. B. bei Zahnlücken) oft transparente Gummiketten verwendet, die über mehrere Zähne hinweg befestigt werden und sich ebenfalls verfärben können. Welches Bracket-System Ihr Kieferorthopäde nutzt und ob Gummiketten für die Behandlung Ihrer Zahnfehlstellung notwendig sind, erfahren Sie am besten im persönlichen Vorgespräch.

Doch auch wenn sich die Gummiligaturen oder Gummiketten verfärben, ist es ein Leichtes, diese schnell auszutauschen. Einen Termin dafür können Sie jederzeit in Ihrer Praxis vereinbaren; auch vor ihrem regulären Kontrolltermin.

Wie viel kosten Keramikbrackets? Zahlen die gesetzlichen Krankenkassen oder privaten Krankenversicherungen/ Zahnzusatzversicherungen?

Die Kosten für eine Behandlung mit Keramikbrackts sind abhängig vom Behandlungsumfang (Zahn- und Kieferfehlstellung und Anzahl der zu behandelnden Kiefer und Zähne), von den Material- und Laborkosten sowie vom Honorar des behandelnden Kieferorthopäden. Sie erstrecken sich von 2.500 Euro bis 4.800 Euro.

Bei Jugendlichen unter 18 Jahren bezuschussen die gesetzlichen Krankenkassen die kieferorthopädische Behandlung mit Keramikbrackets nicht, da es sich hierbei um eine ästhetische Behandlung und nicht um eine medizinische Notwendigkeit handelt. Bei Erwachsenen über 18 Jahren muss jede kieferorthopädische Behandlung (auch mit Keramikbrackets) in fast allen Fällen privat getragen werden.

Ist die Kieferanomalie jedoch so ausgeprägt, dass eine Indikation für eine Kieferoperation vorhanden ist, bezuschussen die gesetzlichen Krankenkassen lediglich die Kosten für konventionelle Metallbrackets. Der Anteil der Kosten für Keramikbrackets muss auch in diesem Fall selbst getragen werden.
Bei den privaten Krankenversicherungen/Zahnzusatzversicherungen ist es tarifabhängig, ob eine Bezuschussung für die Keramikbrackets stattfindet oder nicht, in den meisten Fällen jedoch schon. Informieren Sie sich hierfür in den Policen Ihrer Versicherung, bevor Sie eine Behandlung beginnen.

Zahngesundheit ist nicht nur bei Kindern ein wichtiges Thema, doch gerade bei ihnen sind kieferorthopädische Maßnahmen besonders erfolgreich. Ab wann der erste Besuch bei einem Kieferorthopäden sinnvoll ist, welche Behandlungsmethode für Ihr Kind die richtige ist und wer am Ende die Kosten für Zahnspange und Co. übernimmt, lesen Sie hier.

Kieferorthopädie für Kinder in München

Sie möchten wissen, ob Ihr Kind eine kieferorthopädische Behandlung benötigt und wie diese aussehen sollte? Dann vereinbaren Sie doch einfach einen kostenfreien Beratungstermin in unserer Praxis in München.

Wir garantieren Ihnen eine kindgerechte Behandlung, eine schnelle Terminfindung und Hilfe bei all Ihren Fragen rund um das Thema Kieferorthopädie für Kinder. Außerdem beraten wir Sie gerne über alternative Behandlungsmethoden, zum Beispiel zum 3D-Scan der Zähne Ihres Kindes im Vergleich zum herkömmlichen Abdruck.

Sprechen Sie mit uns, wir freuen uns auf Sie: Jetzt kostenfreien Beratungstermin vereinbaren.

Warum ist eine kieferorthopädische Behandlung bei Kindern notwendig?

Zahn- und Kieferfehlstellungen können die Funktionsfähigkeit und die Mundgesundheit gefährden. Schiefe Zähne oder eine fehlerhafte Kieferstellung können zu Überbelastungen einzelner Regionen führen und somit sowohl die Zähne selbst schädigen, als auch zu Problemen des Zahnhalteapparates, der Kieferknochen, des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur führen. Kieferorthopädische Maßnahmen können diese Folgeschäden verringern oder ihnen vorbeugen.

Zahnfehlstellungen können in bestimmten Fällen außerdem die Mundhygiene erschweren und so die Bildung von Karies, Parodontitis und Mundgeruch fördern. Auch Sprachprobleme können Folgen schiefer Zähne oder von Kieferfehlstellungen sein.

Nicht zuletzt ist es auch eine ästhetische Frage. Aus rein funktioneller Perspektive spielt dieser Punkt zwar eher eine untergeordnete Rolle, der psychosoziale Aspekt ist jedoch nicht zu unterschätzen. Auch für Kinder ist die Optik häufig ein wesentlicher Aspekt, sich in kieferorthopädische Behandlung zu begeben. Und nicht zuletzt wünschen sich viele Eltern ein fröhliches und unbefangenes Lächeln für ihr Kind.

Alle oben genannten Faktoren, die für eine kieferorthopädische Behandlung sprechen, gelten grundsätzlich nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Eine kieferorthopädische Behandlung bereits im Kindesalter durchzuführen, bietet im Vergleich zur Erwachsenenbehandlung jedoch mehrere Vorteile: Kinder sind meist sehr gut in Bezug auf das Tragen einer Zahnspange zu motivieren und das Zahn- und Kieferwachtsum können noch optimal beeinflusst werden.

Ja oder nein – ist eine Behandlung immer nötig?

Die Betonung bei all diesen Problemen liegt nicht umsonst auf „können“ – denn nicht immer führen eine Zahnspange oder eine anderweitige kieferorthopädische Behandlung zum Erfolg. Unbehandelte Zahn- und Kieferfehlstellungen müssen dem Betroffenen im weiteren Leben nicht zwingend Probleme bereiten. Die Entscheidung sollte im Einzelfall abgewogen werden. Lassen Sie sich darum beraten, ob eine Behandlung notwendig ist und von Erfolg gekrönt sein wird.

Zeitpunkt und Dauer einer kieferorthopädischen Behandlung

Wann genau eine kieferorthopädische Behandlung beginnen sollte, hängt von der individuellen Zahn- und Kieferstellung jedes einzelnen Patienten ab. Klar ist jedoch, dass sie im besten Fall bereits im Kindesalter starten sollte, da bei Erwachsenen das Kieferwachstum bereits abgeschlossen und die Gewebereaktion eingeschränkt ist. So können die Maßnahmen beim Erwachsenen erheblich länger dauern oder werden durch fehlende Zähne, Parodontitis oder Zahnschäden erschwert.

Damit es für eine Behandlung nicht zu spät ist, sollten Sie das Gebiss Ihres Kindes bereits erstmals ab einem Alter von sechs Jahren von einem Kieferorthopäden kontrollieren lassen. Weitere wichtige Zeitpunkte für eine Kontrolle sind

  • der Durchbruch der bleibenden oberen Schneidezähne
  • und das Ende des Zahnwechsels.

Der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung

Ab wann eine kieferorthopädische Maßnahme sinnvoll ist, hat weniger mit dem Alter als mit der individuellen Zahnentwicklung Ihres Kindes zu tun. In der Regel beginnt eine Behandlung ab dem 9. bis 12. Lebensjahr. Denn dann hat die zweite Phase des Zahnwechsels begonnen – das heißt: Die Milch-Eckzähne und Milch-Seitenzähne werden durch die bleibenden Nachfolger ersetzt.

Bereits vor diesem Zeitpunkt mit einer Behandlung zu beginnen, ist nur in Ausnahmefällen – zum Beispiel bei Platzmangel, Kreuzbiss, offenem Biss oder Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte – in Form einer Frühbehandlung sinnvoll. Außerdem kann ein vorzeitiger Milchzahnverlust und die damit verbundene Notwendigkeit, Lücken für die nachfolgenden bleibenden Zähne offen zu halten, einen frühen Behandlungsbeginn erfordern.

Die Frühbehandlung

Ist ein solcher Ausnahmefall gegeben, beginnt die Behandlung also bereits im Milchzahngebiss bzw. in der ersten Phase des Zahnwechsels. In diesem besonderen Fall spricht man von einer Frühbehandlung. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn eine spätere Behandlung wesentlich komplexer wäre oder eine Nichtbehandlung zu Wachstumshemmungen führen würde. Die Frühbehandlung beginnt in der Regel nicht vor dem sechsten Lebensjahr und dauert nicht länger als 1,5 Jahre.

Wie lange dauert eine Behandlung?

Die Frage, wie lange eine Zahn- bzw. Kieferstellungskorrektur dauert, kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Entscheidend für eine möglichst kurze Behandlungsdauer ist die aktive Mitarbeit des Patienten – Kinder müssen und können gut motiviert werden. Ohne Disziplin bleibt auch der erwünschte Erfolg aus und die Behandlungsdauer verlängert sich. In der Regel können Sie aber von einer Dauer von etwa drei Jahren ausgehen, manchmal dauert es aber auch länger.

Kosten und Kostenübernahme

Ist Ihr Kind unter 18 Jahren übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankversicherung ab Schweregrad 3 die kompletten Behandlungskosten. Behandlungen bei einem Schweregrad 1 oder 2 sind von der Kostenübernahme ausgeschlossen und müssen privat bezahlt werden.

Voraussetzung für die Übernahme ist, dass die Kasse den Behandlungsplan vor Beginn der Behandlung genehmigt hat. Die gesetzliche Krankenversicherung schreibt vor, dass Ihnen zunächst quartalsweise ein Eigenanteil von 20 Prozent der im jeweiligen Quartal entstandenen Behandlungskosten in Rechnung gestellt wird, bei Geschwisterkindern sind es 10 Prozent. Dieser Eigenanteil dient als eine Art Pfand oder Motivation, der gewährleisten soll, dass die Behandlung bis zum Abschluss durchgeführt wird. Am Ende der Behandlung bekommen Sie diesen Anteil zurückerstattet, sofern die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde. Für die Rückerstattung ist eine Abschlussbescheinigung des Kieferorthopäden notwendig.

Was Sie selbst zahlen müssen

Die gesetzliche Krankenversicherung trägt ausschliesslich die Kosten einer Basisbehandlung – die hierbei von der Krankenkasse definierten Kriterien lauten „ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich“. Wünschen Sie über diese Basisbehandlung hinausgehende Leistungen, sogenannte außervertragliche Leistungen (AVL), müssen Sie deren Kosten selbst tragen. Die Kosten richten sich nach der privatzahnärztlichen Gebührenordnung (GOZ). Zu außervertraglichen Leistungen zählen zum Beispiel:

  • Glitzerzahnspangen
  • Transparente Brackets
  • Selbsligierende Brackets
  • Kleinere Brackets
  • Hochflexible Bögen
  • Bracketumfeldversiegelung
  • Retainer
  • Kiefergelenksdiagnostik / Funktionsanalyse (FAL)

Privatversichert? Das übernimmt Ihre Krankenversicherung

Auch die privaten Krankenversicherungen übernehmen bei Kindern unter 18 Jahren in den meisten Fällen die Kosten für kieferorthopädische Maßnahmen. Wie hoch die Kostenübernahme genau ist, hängt jedoch vom Tarif ab.

In den meisten Grundschutztarifen ist eine Kostenübernahme bei Kindern von 60 Prozent gewährleistet. Premiumtarife übernehmen häufig die Kosten zu 100 Prozent. In manchen Fällen gilt auch eine Höchstsumme bei allen Leistungen. Achten Sie außerdem auf die Regelung zur Zahlung von Zusatzleistungen.

Wie viel kostet eine kieferorthopädische Behandlung?

Je nach Befund können die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung stark variieren. Mit der Erstellung des Heil- und Kostenplans bzw. Behandlungsplans erhalten Sie eine Übersicht über die voraussichtlichen Kosten der Behandlung. Wichtig ist jedoch: Sie können Kosten für kieferorthopädische Behandlungen Ihres Kindes von der Steuer absetzen.

Kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG)

Fehlstellungen von Zähnen und Kiefern können sowohl genetischer als auch erworbener Natur sein. Um sie entsprechend ihres Behandlungsbedarfs einstufen zu können, wurden 2002 die Kieferorthopädischen Indikationsgruppen definiert. Sie bewerten die Fehlentwicklung in Millimetern.

Schweregrad 1 (KIG 1)

Es handelt sich dabei um leichte Fehlstellungen der Zähne, die lediglich ein ästhetisches, jedoch kein medizinisches Problem darstellen. Aus diesem Grund müssen die Kosten für eine Behandlung auch vom Patienten selbst getragen werden. Beispiele für „Schweregrad 1“-Fehlstellungen sind:

  • Distale Bisslage (obere Scheidezähne liegen vor den unteren) bis zu 3 Millimetern
  • Offener Biss (Abstand zwischen den Zahnkanten der Seitenzähne) bis zu 1 Millimeter
  • Tiefer Biss (obere Scheidezähne überlappen die unteren) von 1 bis 3 Millimetern
  • Zahn-Engstand mit Kontaktpunktabweichung von bis zu 1 Millimeter

Schweregrad 2 (KIG 2)

Bei dieser geringfügigen Zahnfehlstellung ist ein medizinischer Eingriff zwar sinnvoll, die Kosten werden jedoch nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Beispiele für „Schweregrad 2“-Fehlstellungen sind:

  • Distale Bisslage (obere Scheidezähne liegen vor den unteren) von 3 bis 6 Millimetern
  • Offener Biss (Abstand zwischen den Zahnkanten der Front- oder Seitenzähne) von über 1 bis zu 2 Millimetern
  • Tiefer Biss (obere Scheidezähne überlappen die unteren) von über 3 Millimetern. Gegebenenfalls berühren die unteren Schneidezähne das Zahnfleisch.
  • Kopfbiss (obere und untere Backenzähne stehen Höcker auf Höcker)
  • Zahn-Engstand mit Kontaktpunktabweichung von 1 bis zu 3 Millimetern
  • Platzmangel der Zähne mit einem Platzbedarf bis zu 3 Millimetern

Schweregrad 3 (KIG 3)

Eine Behandlung ist bei dieser ausgeprägten Zahnfehlstellung aus medizinischer Sicht notwendig. Daher werden die Behandlungskosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Beispiele für „Schweregrad 3“-Fehlstellungen sind:

  • Offener Biss (Abstand zwischen den Zahnkanten der Front- oder Seitenzähne) von über 2 bis zu 4 Millimetern
  • Tiefer Biss (obere Scheidezähne überlappen die unteren) von über 3 Millimetern. Die unteren Schneidezähne verletzen das Zahnfleisch.
  • Beidseitiger Kreuzbiss
  • Zahn-Engstand mit Kontaktpunktabweichung von 3 bis zu 5 Millimetern
  • Platzmangel der Zähne mit einem Platzbedarf von über 3 bis zu 4 Millimetern

Schweregrad 4 (KIG 4)

Hierbei handelt es sich um eine stark ausgeprägte Zahnfehlstellung, bei der eine medizinische Behandlung dringend erforderlich ist. Somit übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Beispiele für „Schweregrad 4“-Fehlstellungen sind:

  • Zahnunterzahl wegen Nichtanlage eines Zahnes oder Zahnverlust
  • Durchbruchsstörungen mit Retention eines Zahnes
  • Distale Bisslage (obere Scheidezähne liegen vor den unteren) von 6 bis 9 Millimetern
  • Mesiale Bisslage (untere Schneidezähne ragen vor die oberen) von bis zu 3 Millimetern
  • Offener Biss (Abstand zwischen den Zahnkanten der Front- oder Seitenzähne) durch schädliche Angewohnheiten von über 4 Millimetern
  • Bukkal- und Lingualokklusion (Oberkiefer-Seitenzähne stehen zu weit außen bzw. beißen außen vor die unteren Seitenzähne)
  • Einseitiger Kreuzbiss
  • Zahn-Engstand mit Kontaktpunktabweichung von über 5 Millimetern
  • Platzmangel der Zähne mit einem Platzbedarf von über 4 Millimetern

Schweregrad 5 (KIG 5)

Eine solche sehr stark ausgeprägte Fehlstellung sollte unter allen Umständen medizinisch behandelt werden. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen. Beispiele für „Schweregrad 5“-Fehlstellungen sind:

  • Entwicklungsstörungen im Kopfbereich (Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte)
  • Durchbruchsstörungen mit Verlagerung eines Zahnes
  • Distale Bisslage (obere Scheidezähne liegen vor den unteren) von über 9 Millimetern
  • Mesiale Bisslage (untere Schneidezähne ragen vor die oberen) von über 3 Millimetern
  • Angeborener offener Biss (Abstand zwischen den Zahnkanten der Front- oder Seitenzähne) von über 4 Millimetern

Typische kieferorthopädische Behandlungsmöglichkeiten

Welche Behandlungsmethode der Kieferorthopäde wählt, hängt von der Art und Intensität der Fehlstellung ab. Die Behandlungspläne werden individuell auf jedes Kind abgestimmt.

Herausnehmbare, lockere Zahnspangen

Herausnehmbare Zahnspangen werden oft zu Beginn einer Behandlung eingesetzt. Sie bestehen aus einer Kunststoffbasis mit individuell geformten Elementen aus Edelstahldraht und werden im Ober- oder Unterkiefer angewendet. Oft dienen sie der Verbesserung der Breite und Form von Ober- oder Unterkiefer, sie können aber auch die Begradigung der Zähne unterstützen.

Lockere Spangen müssen mit einem kleinen Schlüssel regelmäßig nachgestellt und vom Kieferorthopäden kontrolliert werden. Sollte die Spange nicht richtig sitzen oder beschädigt werden, sollten Sie Ihren Kieferorthopäden kontaktieren.

Vorteile herausnehmbarer ZahnspangenNachteile herausnehmbarer Zahnspangen
Erleichterte Zahn- und SpangenhygieneMögliche Zahnbewegung ist geringer
Nachstellen zu Hause möglichBehandlungserfolg erst nach gewisser Tragedauer sichtbar
Auch anwendbar, wenn noch Milchzähne vorhanden sind (Wechselgebiss)Das Sprechen fällt schwerer
Tabelle: Vor- und Nachteile von herausnehmbaren Zahnspangen

Eine Sonderform dieser Zanhspangenart ist der Bionator. Locker im Mundraum liegend trainiert er ohne Druck den Ober- oder Unterkiefer, die Zunge oder die Lippen.

Feste Zahnspangen

Festsitzende Spangen werden vor allem zur Zahnstellungskorrektur eingesetzt, auf die Kieferstellung haben sie nur einen geringen Einfluss. Dazu werden kleine Plättchen (Brackets) aus Metall, Keramik oder Plastik direkt auf den Zahn geklebt und mit einem weichen, elastischen Draht miteinander verbunden.

In den regelmäßigen Kontrollterminen tauscht der Kieferorthopäde den vorhandenen Drahtbogen in einen Drahtbogen der nächsthöheren Stärke (Bogenwechsel).

Vorteile fester ZahnspangenNachteile fester Zahnspangen
Effektive und kontrollierte Zahnbewegung in alle Richtungen möglichErschwerte Zahn- und Spangenhygiene, dadurch erhöhtes Karies-Risiko
Bringen schneller sichtbaren ErfolgEin neuer Drahtbogen kann Schmerzen verursachen
Unabhängig von Mitarbeit des PatientenDruckstellen an Mundschleimhaut oder Bracketverlust möglich
Tabelle: Vor- und Nachteile von festen Zahnspangen

Ob eine herausnehmbare, eine festsitzende oder beide Zahnspangenarten nacheinander zum Einsatz kommen, hängt von der Art der Fehlstellung, dem Alter des Patienten und dem Verhältnis von Milch- und bleibenden Zähnen ab. Außerdem spielt die Bereitschaft zur Kooperation und die Mundhygiene des jungen Patienten eine große Rolle.

Stabilisierungsspangen

Nachdem die Korrektur der Zahn- oder Kieferstellung abgeschlossen ist, schliesst sich eine Stabilisierungsphase an, um möglicherweise noch lockere Zähne, die in ihre Ausgangsposition zurück möchten, an der neuen Position zu halten. Dafür werden Stabilisierungsspangen verwendet.

Diese sind in der Regel herausnehmbar und werden zu Anfang häufig, später weniger oft getragen. Die Stabilisierungsphase dauert mindestens ein Jahr.

Unsichtbare Zahnspangen

Wie bei Patienten im Erwachsenenalter so spielen auch bei Jugendichen die ästhetischen Aspekte während einer Zahn- oder Kieferstellungskorrektur eine immer wichtigere Rolle. Unsichtbare Zahnspangen kommen diesen Ansprüchen entgegen. Sie gibt es als feste innenliegende (Lingualtechnik bzw. Incognito™) sowie lockere (Aligner bzw. Invisalign®) Varianten.

Bei der Lingualtechnik bzw. Incognito™ handelt es sich um eine feste Zahnspange, deren Brackets nicht an der Außen-, sondern der Innenseite der Zähne angebracht werden. Die Funktionsweise ist aber gleich. Anfangs kann es zu Problemen bei der Aussprache kommen.

Bei Invisalign® trägt der Patient um die 22 Stunden am Tag dünne, unsichtbare Aligner-Schienen, die für eine kontinuierliche Zahnbewegung sorgen. Die Kunststoffschienen sind individuell an die anatomischen Gegebenheiten jedes Patienten angepasst. In jede Aligner-Schiene ist eine kleine Zahnbewegung eingearbeitet, so dass die Zähne nach und nach Richtung Endposition bewegt werden. Entsprechend müssen die Schienen alle sieben bis zehn Tage ausgetauscht werden.

Lückenhalter

Lückenhalter kommen bei Zahnverlust von Milchzähnen zum Einsatz, um einen späteren Platzmangel beim Nachschieben des bleibenden Gebisses vorzubeugen. Der Zahnverlust kann durch Unfälle oder durch Karies entstehen. Die Lückenhalter können festsitzende oder auch herausnehmbare Konstruktionen sein: Erstere werden meist für multiple Lücken, letztere für Einzelzahnlücken benutzt.

Häufige Fragen (FAQ)

Hier möchten wir auf Fragen eingehen, die wir als Kieferorthopäde für Kinder häufig hören:

✅ Wie kann man sein Kind bei der Behandlung unterstützen?

Wichtig für eine erfolgreiche Behandlung ist das Einhalten der Vorgaben des Kieferorthopäden. Achten Sie bei lockeren Zahnspangen zum Beispiel darauf, dass Ihr Kind die Spange regelmäßig trägt und in den vorgegebenen Abständen neu stellt.

Gerade bei festen Zahnspangen ist eine überdurchschnittlich gute Mundhygiene ausschlaggebend, da sonst Schäden an den Zähnen entstehen können. Sollte Ihr Kind durch den Druck Zahnschmerzen bekommen, ermutigen Sie es zum Weitermachen – nach beendeter Behandlung stellt sich häufig ein großer Selbstbewusstseinsschub bei den Kindern ein.

✅ Ist die Gefahr von Karies durch die Behandlung größer?

Gerade bei festsitzenden Zahnspangen ist das Reinigen der Zähne schwieriger. Ist keine ausreichende Zahnhygiene gegeben, erhöht sich somit auch das Risiko für Karies. Gutes Zähne- und Spangeputzen ist also unumgänglich und schützt vor Karies.

Umso wichtiger ist es, die Behandlung möglichst kurz zu halten: Regelmäßige Kontrolltermine bei Zahnarzt und Kieferorthopäde tragen zum Behandlungserfolg bei und zeigen falsche Mundhygiene auf. Auch eine Bracketumfeldversiegelung bietet erhöhten Kariesschutz, jedoch gilt sie als Zusatzleistung und ist nicht in der Kassenleistung inbegriffen.

✅ Wie kann die Zahnspange gereinigt werden?

Das richtige Reinigen der Zahnspange ist von der Art dieser abhängig. Egal welche Variante Ihr Kind trägt: Die Zähne sollten in jedem Fall regelmäßig und gründlich geputzt werden, da durch das Tragen der Zahnspange Speichel und Essensreste noch stärker im Mundraum hängenbleiben und die Zähne angreifen.

Elektrische Zahnbürsten erhöhen den Putzerfolg meist um ein Vielfaches – und sorgen häufig auch für mehr Spaß beim Zähneputzen.
Lockere Zahnspangen lassen sich relativ einfach reinigen: Einfach mit Zahnbüste und Zahnpasta täglich genauso wie die Zähne putzen.

Bei festsitzenden Zahnspangen gestaltet sich das Zähneputzen als schwieriger. Um hier die Beläge bestmöglich zu entfernen, empfehlen sich Ortho-Bürsten, Interdentalraumbürsten und spezielle Zahnseide. Wie genau das funktioniert, zeigt Ihnen und Ihren Kindern Ihr Kieferorthopäde. Außerdem sollte Ihr Kind nach jeder Mahlzeit den Mund sorgfältig ausspülen und regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung gehen.

✅ Gibt es Schmerzen bei der Behandlung bzw. durch die Spange und was kann man dagegen tun?

Leichte Schmerzen können beim Tragen von Zahnspangen hin und wieder auftreten, besonders dann, wenn der Druck durch einen neuen Drahtbogen oder das Weiterstellen gerade erhöht wurde. Druckbeschwerden oder Spannungsgefühl legen sich in der Regel aber innerhalb kurzer Zeit. Außerdem kann es zu kleinen wunden Stellen an Lippen und Zunge kommen. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase klingen diese Beschwerden aber schnell ab.

Kleinere Brackets oder besonders flexible Bögen können das Risiko von Spannungsgefühlen verringern, sind jedoch keine Kassenleistung.

✅ Weisheitszähne und kieferorthopädische Behandlung – was gibt es zu beachten?

Der Durchbruch der Weisheitszähne erfolgt meist frühestens im Alter von 18 Jahren. Eine direkte Beeinflussung der kieferorthopädischen Behandlung bei Kindern durch den Durchbruch der Weisheitszähne ist daher sehr unwahrscheinlich.

Dennoch sollte bei Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung die Stellung der Weisheitszähne anhand eines Übersichts-Röntgenbildes (OPG) beurteilt werden. Gegebenenfalls ist es ratsam, die Weisheitszähne zu entfernen, um eine Verschiebung der anderen Zähne durch den späteren Durchbruch der Weisheitszähne zu verhindern.

Meist werden kieferorthopädische Maßnahmen bereits im Kindes- bzw. Jugendalter ergriffen. Doch auch als Erwachsener kann eine solche Behandlung sinnvoll und möglich sein. Über welche Maßnahmen Sie aus medizinischer oder ästhetischer Sicht unbedingt nachdenken sollten, wie tief Sie dafür in die Tasche greifen müssen und welche Aussicht auf Erfolg es gibt, lesen Sie in diesem Beitrag.

KFO für Erwachsene in München

Sie sind über 18 Jahre alt und denken über eine kieferorthopädische Behandlung nach, sind sich aber unsicher, ob diese überhaupt noch möglich und sinnvoll ist? Wir sagen Ihnen, wie es sich mit Ihrer Zahn- und Kieferstellung verhält, denn für eine kieferorthopädische Korrektur ist es nie zu spät! Vereinbaren Sie einfach einen kostenfreien und unverbindlichen Beratungstermin – die Abstimmung verläuft schnell und Ihnen wird jegliche Hilfestellung zur Verfügung stehen.

Lassen Sie sich über die möglichen Behandlungsmethoden beraten und profitieren Sie von modernsten Techniken wie dem 3D-Scan, um mögliche Behandlungsergebnisse zu simulieren. So können Sie und wir uns ein umfangreiches Bild des Ist-Zustandes machen und den bestmöglichen Behandlungsplan für Sie entwickeln.

Sprechen Sie mit uns, wir freuen uns auf Sie: Jetzt kostenfreien Beratungstermin vereinbaren.

Wann eine KFO-Behandlung bei Erwachsenen vorgenommen wird

Der gesamte Kauapparat hat Einfluss auf Körpersysteme wie Verdauung und Herz-Kreislauf – stehen Zähne schief oder können Ober- und Unterkiefer nicht regelrecht aufeinanderbeißen, kann dies folgenschwere Probleme mit sich bringen. Außerdem wirken sich Zahn- und Kieferfehlstellungen langfristig auch auf die Kiefergelenke, das Zahnfleisch und die Kieferknochen aus. Hinzu kommen möglicherweise Beeinträchtigungen der Sprache und außerdem der ästhetische Aspekt. Genug Gründe, weshalb auch Erwachsene über eine kieferorthopädische Behandlung nachdenken sollten.

Hierbei kann es sich um folgende Korrekturen handeln:

  • Zusammenbiss korrigieren
  • Zahnstände begradigen
  • Lücken schließen
  • Engstände beheben
  • Kiefergelenksbeschwerden lindern

Grundsätzlich ist eine Behandlung in jedem Alter möglich, jedoch sind im Erwachsenenalter einige Besonderheiten zu beachten. Ob eine Behandlung sinnvoll und möglich ist, zeigt sich bei der Untersuchung durch Ihren Kieferorthopäden. Er ermittelt die Beschaffenheit von Zähnen, Zahnfleisch und Kieferknochen und gibt Ihnen eine persönliche Einschätzung.

Dauer der Behandlung und Erfolgskriterien

Für eine Erwachsenenbehandlung durch einen Kieferorthopäden sollten Sie je nach Ausprägung Ihrer Zahnfehlstellung sechs Monate bis eineinhalb Jahre einplanen. Für eine effiziente Behandlung und eine möglichst kurze Behandlungsdauer ist eine gute Planung das A und O. Die gesamte Behandlung unterteilt sich in mehrere Phasen:

  1. Erstberatung, Behandlungsplanung, Planbesprechung
  2. Aktive kieferorthopädische Behandlung
  3. Bei etwa 5% bis 10% aller Erwachsenenbehandlungen erforderlich: chirurgische Maßnahmen durch einen Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen. Diese erfolgen meist etwa in der Mitte der aktiven kieferorthopädischen Behandlung.
  4. Kieferorthopädische Feineinstellung
  5. Stabilisierung

So führt die Behandlung zum Erfolg

Wie auch bei Kindern wirkt sich auch bei Erwachsenen eine gute Mitarbeit auf das Ergebnis und die Dauer der Behandlung aus – herausnehmbare Zahnspangen bzw. Aligner-Schienen (z.B. Invisalign®) sollten regelmäßig nach Vorschrift getragen werden. Für die Nachjustierung von festsitzenden Zahnspangen ist ein regelmäßiger Besuch beim Kieferorthopäden Grundvoraussetzung für den Erfolg.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist eine gute Mundhygiene besonders bei festen Zahnspangen überdurchschnittlich wichtig, da sich um die Brackets Speisereste leichter festsetzen und sich so vermehrt Belege bilden können. Dies wiederum kann zu Karies, Entkalkung und Entzündungen des Zahnfleisches führen.

Übrigens: Sollten Sie rauchen und eine kieferorthopädische Korrektur in Erwägung ziehen oder sich bereits in Behandlung befinden, sollten Sie eventuell darüber nachdenken, das Rauchen aufzugeben, da die Giftstoffe im Tabakrauch das Risiko des Knochenabbaus erhöhen.

Am Ende jeder Behandlung steht die Stabilisierungsphase. Diese verhindert, dass sich Ihre Zähne wieder in die Ausgangsposition zurückverschieben. Im Anschluss wird, wenn möglich, ein stabilisierender Draht – der sogenannte Retainer – an der Innenseite der Frontzähne eingesetzt. Zusätzlich bekommen Sie eine herausnehmbare Stabilisierungsschiene, die Sie nur in der Nacht tragen.

Typische Behandlungswege bei Erwachsenen

Wie bei Kindern gibt es auch bei der kieferorthopädischen Behandlung von Erwachsenen verschiedene Möglichkeiten. Bei Kindern und Jugendlichen kommt meist die herkömmliche feste Zahnspange, deren Brackets direkt auf die Zähne aufgeklebt und untereinander mit einem sogenannten Bogen verbunden werden, zum Einsatz. Gerade im Erwachsenenalter sind häufig dezenterer Lösungen gefragt. Folgende Zahnspangentypen sind möglich:

  1. Herausnehmbare, durchsichtige Aligner-Schienen (z.B. Invisalign®)
  2. Feste Zahnspangen mit besonders kleinen Metall- oder Keramikbrackets
  3. Feste, unsichtbare Zahnspangen auf der Innenseite der Zähne (z.B. Incognito™)

Fast unsichtbar: herausnehmbare Aligner-Schienen

Durchsichtige Aligner-Schienen sind bei Erwachsenen aufgrund ihrer Unauffälligkeit sehr beliebt. Sie erhalten je nach Umfang der Behandlung einen Satz von etwa 12 bis 50 Schienen, die jeweils nur rund eine Woche getragen werden. In jede Schiene ist eine kleine Zahnbewegung eingearbeitet, mit der Ihre Zähne nach und nach in Richtung Endposition bewegt werden. Die durchsichtigen Schienen müssen 22 Stunden am Tag getragen werden. Beim Essen, Trinken und zur Mundhygiene können sie herausgenommen und anschließend wieder eingesetzt werden.

Metall- oder Keramikbrackets: feste Zahnspangen für Erwachsene

Damit die Brackets, also die Blättchen, die direkt auf die Außenseite der Zähne geklebt werden, möglichst unauffällig sind, gibt es sie auch aus Keramik mit zahnfarbener Oberfläche – besonders beliebt bei Jugendlichen und Erwachsenen. Ebenfalls können Bögen in Zahnfarbe verwendet werden. Die klassischen Metallbrackets gibt es zudem auch in einer besonders kleinen und flachen Ausführung.

Die Lingualtechnik: innenliegende Zahnspangen

Eine feste und dennoch vollkommen unsichtbare Methode ist die Lingualtechnik, bei der die Brackets nicht außen, sondern auf der Innenseite der Zähne aufgebracht werden. Sehr positiv: Von außen ist die Zahnspange somit überhaupt nicht zu sehen. Ein kleiner Nachteil: Sie müssen sich besonders beim Sprechen zunächst daran gewöhnen – gerade S- und C-Laute können zu Anfang schwerer auszusprechen sein.

Kosten und Übernahme der Kosten

Für erwachsene Patienten werden, im Gegensatz zu vielen Behandlungen im Kinder- und Jugendalter, kieferorthopädische Maßnahmen nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Wie viel Sie genau für Ihre Korrektur einplanen müssen, hängt von Ihrem individuellen Befund, der Dauer, dem verwendeten Material und dem Nachsorgeaufwand ab. Bei kleineren Korrekturen mit einer festen Zahnspange müssen Sie mit 1.800 Euro bis 2.500 Euro für einen Kiefer rechnen. Bei einer Komplettbehandlung im Ober- und Unterkiefer mit ästhetisch anspruchsvolleren Behandlungsmethoden können sich die Kosten auf bis zu 8.500 Euro belaufen.

Eine positive Nachricht gibt es jedoch: Kieferorthopädische Behandlungen sind steuerlich absetzbar. Sie können sie in Ihrer Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastung angeben.

Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenversicherungen

In Einzelfällen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten. Dies ist jedoch nur bei schweren Kieferanomalien, bei denen sowohl kieferorthopädische als auch chirurgische Maßnahmen (Dysgnathie-Operation) ergriffen werden müssen, möglich. Grundlage für die Einstufung sind hier die kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG), die die Zahn- und Kieferfehlstellungen in Schweregruppen unterteilen. Bei einer Einstufung in eine entsprechend hohe KIG-Stufe wird die Zahnregulierung übernommen. Dies betrifft zum Beispiel folgende Befunde:

  • Retrognathie (Unterkiefer ist stark verkürzt und sitzt weit hinter dem Oberkiefer)
  • Prognathie (Unterkiefer ist stark verlängert und liegt weit vor dem Oberkiefer)
  • Stark offener Biss (Frontzähne von Ober- und Unterkiefer haben beim Zubeißen keinen Kontakt, Abbeißen ist deutlich erschwert)
  • Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalte (wird meist jedoch bereits im Kleinkindalter korrigiert)
  • Verletzungsbedingte Kieferfehlstellungen

Sollten die Kosten komplett von der Krankenkasse übernommen werden, zahlen Sie zunächst 20 Prozent der Behandlung selbst. Nach erfolgreicher Behandlung werden Ihnen diese Kosten zurückerstattet.

Kostenübernahme durch private Krankenversicherungen

Bei privaten Krankenversicherungen entscheiden Befund und Tarif über die Kostenübernahme kieferorthopädischer Maßnahmen. Je höher die tarifliche Einstufung, umso umfangreicher ist die Erstattung der Kosten – die Sätze liegen meist bei 60 bis 85 Prozent. In Premiumtarifen können auch bis zu 100 Prozent übernommen werden. Lassen Sie sich zunächst einen Behandlungsplan aufstellen und die medizinische Notwendigkeit der Behandlung nachweisen. Unterliegt die Behandlung ausschließlich der ästhetischen Notwendigkeit, haben Sie nur mit enormem Glück Anspruch auf eine Kostenübernahme im Erwachsenenalter.

Private Zahnzusatzversicherung

Eine private Zahnzusatzversicherung kann helfen: So übernimmt zum Beispiel die DFV-ZahnSchutz als eine der wenigen Zahnzusatzversicherungen kieferorthopädische Behandlungen. Hundert Prozent werden aber auch da nur in einer Tarifvariante übernommen. Wichtig ist, dass die Zusatzversicherung abgeschlossen wurde, bevor die Erstberatung beim Kieferorthopäden stattgefunden hat bzw. bevor der zahnärztliche Befund mit einer Überweisung zum Kieferorthopäden ausgestellt wurde.

Kieferorthopädische Behandlung: Unterschiede bei Erwachsenen & Kindern

Während Kinder und Jugendliche oft stolz auf ihre mitunter bunten Brackets und futuristisch wirkenden Drähte im Mund sind, legen Erwachsene häufig mehr Wert auf die Ästhetik von Zahnspangen. Dies führt zu unterschiedlichen Behandlungsmethoden bei Kindern und Erwachsenen: Letztere bevorzugen dezente Spangen, wie etwa Aligner-Schienen (z.B. Invisalign®), innenliegende feste Apparaturen (z.B. Incognito™) oder zumindest zahnfarbene oder Mini-Brackets.

Der wesentlichere Unterschied in der kieferorthopädischen Behandlung von Erwachsenen im Vergleich zu jüngeren Patienten liegt jedoch in der Herausforderung für die Kieferorthopäden, da die Kieferknochen bei Erwachsenen bereits stärker verfestigt und die Gewebereaktionen altersbedingt eingeschränkt sind. Dies kann zu einer längeren Behandlungsdauer führen. Ein weiterer Faktor, der die Behandlung erschweren kann, sind fehlende, lockere oder schadhafte Zähne sowie Entzündungen des Zahnfleisches oder des Zahnhalteapparates. Dennoch sind kieferorthopädische Maßnahmen in nahezu jedem Alter möglich.

Häufige Fragen (FAQ)

✅ Gibt es Schmerzen bei der Behandlung?

Kieferorthopädische Behandlungen können zu Beginn etwas unangenehm, aber nur in den seltensten Fällen schmerzhaft sein. Die Zähne und das Zahnfleisch müssen sich zunächst an die Zahnspange gewöhnen – und dies meist erneut, wenn diese neu eingestellt wurde. In den ersten Tagen können weiche Mahlzeiten wie Joghurt oder Suppen die Nahrungsaufnahme erleichtern. Vermeiden Sie zudem säurehaltige Getränke und Speisen zu Beginn der Behandlung. Nach wenigen Tagen ist die Eingewöhnung vollendet und die Druckschmerzen sollten nachlassen. Auch leichte Schmerzmittel können zur Linderung eingesetzt werden. Desinfizierende Mundspülungen helfen bei entzündetem Zahnfleisch sowie kleineren Verletzungen an Lippen und Zunge.

Zahnspange reinigen: Was ist bei der Mund- und Spangenhygiene zu beachten?

Die Pflege der Zahnspange und Zahnhygiene sind bei lockeren Varianten bzw. Aligner-Schienen sehr viel einfacher als bei festen Modellen. Hier putzen Sie Ihre Zähne wie gewohnt und säubern ebenfalls die Spange oder Schiene mit der Zahnbürste und Zahnpasta.

Bei festen Zahnspangen sollten Sie zu Ihrer herkömmlichen Putzroutine mehr Zeit einplanen. Spülen sie den Mund nach jeder Mahlzeit gut aus. Putzen Sie vorbereitend mit der Zahnbürste zwischen den Drähten hin und her, anschließend erfolgt die normale Säuberung mit Zahnbürste und Zahnpasta. Anschließend reinigen Sie mit einer Interdentalbürste die Räume unter den Metallbögen und zwischen den Brackets. Verwenden Sie unterstützend Mundspülungen. Achten Sie beim Putzen vor allem auf die Kontaktpunkte der einzelnen Konstruktionselemente.

✅ Gibt es ein Höchstalter für kieferorthopädische Behandlungen?

Es gibt keine Hindernisse, nicht auch als Erwachsener kieferorthopädische Maßnahmen zu ergreifen. Ihre physischen Voraussetzungen schließen eine Behandlung nicht aus. Lediglich die Wege zum Erfolg unterscheiden sich von denen bei Kindern und Jugendlichen. Und auch gegen die eventuell als unästhetisch wahrgenommene Zahnspange gibt es zwei Argumente: Erstens sind schiefe Zähne weitaus unästhetischer als eine Zahnspange und zudem dauerhaft. Und zweitens gibt es mittlerweile dezente Alternativen, die kaum oder gar nicht auffallen. Dazu zählen Aligner-Zahnschienen, innenliegende Zahnspangen oder Mini- sowie zahnfarbene Brackets.